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Showdown unter Blutsverwandten
29.05.2009

Showdown unter Blutsverwandten

von Daniel Gerlach / Foto: Hoppegarten

Nachfolgekämpfe zwischen Halbbrüdern haben unter den Stämmen der arabischen Halbinsel eine gewisse Tradition. Wer den Vater, den übermächtigen Patriarchen, beerben wird, entscheidet sich nicht anhand des Alters und der Geburtenfolge: der stärkste und fähigste setzt sich durch.

Barq, Nasch, beide sechs Jahre alt, und ihre jüngeren Halbbrüder Senankh und Anubis haben wenig familiäre Zärtlichkeiten für einander übrig – zumindest nicht, wenn sie am kommenden Pfingstsonntag auf dem Geläuf der Berliner Rennbahn Hoppegarten stehen. Alle vier sind Araber-Hengste: Ihr Vater Barour de Cardonne gilt unter Züchtern inzwischen als wahre Deck-Legende.

Beim Wettkampf der Araber in Hoppegarten werden insgesamt 13 an den Start gehen. Der Lauf ist Teil eines großen Derbys, das, wie bei fast allen Galopprennen, vom Wettkampf der englischen Vollblüter dominiert wird. »Araber erreichen nicht die Spitzengeschwindigkeiten der Vollblüter«, sagt Renate Gräfin Hardenberg, wettkampferfahren Araber-Distanzreitern und eine der Initiatorinnen des Events. »Aber sie sind, abgesehen von ihrer unstrittigen Schönheit, ausdauernd und für die Renndistanz ab 2000 Metern gut geeignet.«

Auffällig ist, dass ein großer Teil der nominierten Araber aus polnischen Rennställen stammt, auch Frankreich und die Niederlande sind vertreten. Mindestalter der Pferde ist vier Jahre; alle Teilnehmer müssen mindestens zwei Rennen gelaufen sein. Araber gelten als spätreif, während englische Vollblüter in der Regel schon mit drei Jahren an den Start gehen.

Dem alten Barour de Cardonne ist es vermutlich gleichgültig, welcher seiner Söhne sich durchsetzen wird – seinem Besitzer Paul J. Daverio, keineswegs. Denn die beiden fünfjährigen Hengste Senankh und Anubis gehören ihm ebenso wie der Deckhengst, der die ehrgeizigen Halbbrüder gezeugt hat.

Daverio ist ein Schweizer Chirurg und fühlt sich sprachlich im englischen, französischen und italienischen Sprachraum sicherer als im Nahen Osten. Doch als Stifter des Preisgeldes von 15.000 Euro knüpft er an die Tradition der pferdevernarrten Scheichs von Dubai oder Abu Dhabi an: Wenn alles glatt läuft, wird einer seiner eigenen Hengste den Titel abräumen.

Klar ist, dass es bei diesem Wettlauf nicht ums Geld geht, sondern um die Familienehre von Barour de Cardonne. Finanziell attraktiver ist das Vollblut-Rennen »Diana-Trial«, ein Testlauf für dreijährige Stuten, der mit einem Spitzenpreis von 65.000 dotiert ist. »Ich glaube, wird sind in Deutschland derzeit die einzige Rennbahn, die ihr Preisbudget erhöht«, sagt Gerhard Schöningh, der Besitzer der Derby-Anlage, die im vergangenen Jahr ihren 140. Geburtstag feierte.

Renntermine: www.hoppegarten.comzenithonline

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