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31.10.2011

Tunesien erlässt Haftbefehl gegen Suha Arafat


Das tunesische Justizministerium hat bestätigt, dass es einen internationalen Haftbefehl gegen die Witwe des verstorbenen Palästinenserpräsidenten Yassir Arafat erlassen hat. Demnach wird Suha Arafat, die jahrelang in Tunesien gelebt hat, »Korruption im großen Maße« vorgeworfen.


Der Nachrichtenagentur AFP sagte ein Sprecher des Ministeriums, dass Suha Arafat in einen Korruptionsskandal rund um den Bau einer internationalen Schule in Tunis Stadt verwickelt sei. Bei dem Projekt unter der Schirmherrschaft von Arafat und Leyla Trabelsi, der Ehefrau des Ex-Diktators Zin El Abidin Ben Ali, seien staatliche Gelder abgezweigt worden.


In palästinensischen Medien wies Suha Arafat diesen Vorwurf zurück: »Ich habe von dem Projekt Abstand genommen«, erklärte sie dort. Nachdem sich der damalige französische Botschafter Serge Degallaix bei Arafat offiziell beschwert hatte, hätte sie die Reißleine gezogen. Demnach hatte Degallaix die Befürchtung, dass die beiden Schirmherrinnen der neuen internationalen Schule den Plan hatten, die französische Schule in Tunis schließen zu lassen, so dass sich das private Modell ihrer Institution mit dem Wechsel der meisten Kinder dort hin noch mehr lohnen würde. Arafat bestätigte, dass die damalige Präsidentengattin Trabelsi ihr daraufhin mitteilen ließ, dass »sie [die Frau des Präsidenten] in ihrem Land tun und lassen kann, was sie möchte«.


Arafat bestätigte zudem, dass sie für das Projekt rund 300.000 Tunesische Dinar, umgerechnet 150.000 Euro, von der Tunesischen Investitionsbank erhalten hatte. Diesen Kredit hätte Trabelsi nachdem sich die beiden in der Sache zerstritten hatten, komplett übernommen. Gegen den Vorwurf des tunesischen Staats, dass Arafat in Komplizenschaft mit Trabelsi öffentliche Gelder ohne erkenntliche Gegenleistung erhalten hat, möchte sich die heute in Malta lebende Witwe »notfalls bis vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte« wehren.



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