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Abdelfattah Amor, Präsident der nach dem Sturz des Ben Ali-Regimes eingesetzten »Kommission zur Aufklärung von Korruption und Fehlverhalten«, ist am 2. Januar nach einem Herzanfall verstorben.
Der 68-jährige Jurist und Politikwissenschaftler hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten national und international Respekt erworben. Nach der Promotion in Paris führten ihn Gastprofessuren unter anderem an die Harvard Law School, in Tunesien führte er bis Anfang der 1990er Jahre die Fakultät für Rechts- und Sozialwissenschaften an der Universität Tunis. Seit 1996 stand er zudem der »Internationalen Akademie für Verfassungsrecht« vor. 1993 ernannte ihn der damalige UN-Generalsekretär Boutrous Boutros-Ghali zum UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit, den Posten hielt Amor bis 2004 inne.
Die von Amor geleitete Kommission war wohl eine der konkretesten Folgen der tunesischen Revolution. Am 11. November 2011 präsentierte das Gremium der Öffentlichkeit ihren ersten ausführlichen Bericht. Unter anderem legte Amor detailliert da, welche Güter vom Ben Ali-Clan noch in den den letzten Tagen des Regimes außer Landes verschafft wurden und kritisierte dabei auch die Rolle der tunesischen Zentralbank. Außerdem präsentierte die Kommission die Namen von etwa 1200 Personen, die in illegale Transaktionen und systematische Korruption mit dem Ancien Régime verwickelt waren.
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