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Die türkischen Journalisten Ahmet Şık und Nedim Şener, die im März 2011 wegen angeblicher Mitgliedschaft im so genannten Ergenekon-Netzwerk verhaftet worden waren, sind freigesprochen und umgehend auf freien Fuß gelassen worden.
Die Journalisten Ahmet Şık und Nedim Şener wurden im vergangenen Frühjahr verhaftet und waren bis gestern 375 Tage in Haft. Angeblich sollen sie Mitglied einer Terrororganisation sein, die Prozesse wurden mehrmals vertagt, vor allem aus Mangel an Beweisen. Allein das Verfahren wurde sehr spät eröffnet, womit sich die Zwischenzeit automatisch zur Haft entwickelte – Routine in der Türkei.
In der 11. Sitzung des Prozesses am Montag erfolgte überraschend der Freispruch für Ahmet Şık und Nedim Şener und zwei weitere Journalisten, Sait Çakır und Coşkun Musluk.
»Ich frage euch, ja ich beschuldige euch! Mit diesem Prozess wurde die Sachlichkeit des Justizsystems riskiert. Das war das Ende. Die Türkei hat nun einen großen Schandfleck. Denn in diesem Prozess besteht die einzige Schuld allein darin, Journalist zu sein.« Mit diesen Worten kommentierte Ahmet Şıks Rechtsanwalt Fikret İlkiz vor dem Gericht den Prozess gegen die Journalisten.
In der Türkei war der Freispruch die Top-Meldung am Montag, sämtliche Nachrichtensender schalteten live vor das Gefängnis im Istanbuler Stadtteil Silivri, um über die Freilassung zu berichten.
Arzu Eti
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