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11.10.2011

Trojaner von DigiTask: Keine Überwachungsdeals im Nahen Osten?


Der hessische Softwareentwickler DigiTask steht im Zentrum medialer Aufmerksamkeit: War das Unternehmen bereits seit Jahren als Hersteller der »Bundestrojaner« benannten Spähsoftware bekannt, veröffentlichten nun mehrere deutsche Medien Details über die umfangreichen Vertragsabschlüsse zwischen DigiTask und diversen Bundes- und Landesbehörden. Unklar ist bislang, ob sich Beamte mit diesem Verhalten strafbar gemacht haben, wie manche IT-Experten nun den Vorwurf erheben.


In den vergangenen Jahren war nicht nur der deutsche Markt von Interesse für DigiTask: Wie zenith im Juli berichtete, bewarben deren Mitarbeiter Überwachungssoftware, insbesondere zum Mitschneiden von Skype-Gesprächen, auch auf mehreren Fachmessen im Nahen Osten.


Programme wie der »Bundestrojaner« können während der Unruhen, wie aktuell in Syrien, dazu genutzt werden, um Aktivisten flächendeckend zu überwachen – seit Ausbruch der Proteste in vielen syrischen Städten wurden zehntausende Menschen verhaftet und Schätzungen zufolge fast 3000 getötet. Auch in Bahrain, Saudi-Arabien und anderen Staaten der Region gehen Behörden immer wieder restriktiv gegen Blogger und Menschenrechtsaktivisten vor. Unter Zuhilfenahme digitaler Spähmethoden.


Dieser millionenschwere Exportmarkt der Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) im Nahen Osten wurde bislang von europäischen Unternehmen dominiert, nun stehen sie dafür erstmals in der Kritik.


Gegenüber zenith ließ DigiTask-Geschäftsführer Achim Pulverich nun folgende Erklärung abgeben:


»Die Firma DigiTask GmbH hat in die Länder Ägypten, Tunesien, Libyen, Saudi-Arabien, Bahrain, Syrien, Libanon, VAE keine TKÜ-Technik geliefert.«


Die schriftliche Stellungnahme erfolgte nicht über die Pressestelle des Unternehmens, sondern durch eine Rechtsanwaltskanzlei. Eine zenith-Anfrage zur Existenz möglicher Zwischenhändler, die entsprechende Software in den Nahen Osten verkauft haben könnten, blieb unbeantwortet.



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