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Weiter herrscht Unklarheit über die jüngste Gewalteskalation in der tadschikischen Grenzprovinz Berg-Badachschan.
Mindestens 48 Menschen, darunter 17 Soldaten der tadschikischen Armee und 30 Rebellen, waren vergangene Woche im Zuge einer Offensive in der östlichen Provinz Berg-Badachschan ums Leben gekommen, viele weitere verletzt worden.
Auslöser der gewaltsamen Zusammenstöße war nach offizieller Darstellung der Tod eines hohen tadschikischen Sicherheitsbeamten. Abdullo Nazarov, Leiter des staatlichen Geheimdienstes in der Region, war am Samstag erstochen worden. Die Führung in Duschanbe vermutet den Milizenführer Tolib Ayombekov hinter dem Attentat.
Das Fachportal Eurasianet bestreitet die Version der Staatsführung um Präsident Emomalii Rahmon. Demnach bestätigten westliche diplomatische Kreise in Duschanbe, dass die Regierungsoffensive bereits in den vergangenen Wochen vorbereitet wurde. Zusätzliche Kritik zog sich die autokratische Regierung Rahman zu, nachdem Anfang dieser Woche der russische Dienst der BBC, die russische Zeitung Vesti sowie das Videoportal Youtube in Tadschikistan sperren ließen.
Am Dienstag rückten tadschikische Armeeverbände dann in die Provinzhauptstadt Khorog ein – und verlangen nun nach den heftigen Gefechten die Auslieferung Ayombekovs. Dieser war bereits in den 1990er Jahren in der tadschikischen Opposition aktiv, als das Land kurz nach der Unabhängigkeit von 1991 bis 1997 in einen blutigen Bürgerkrieg versank. Unklar ist, ob Ayombekov bei den Gefechten verletzt worden ist. Angeblich hat sich der Milizenführer nach Afghanistan abgesetzt.
Befürchtungen vor einem Wiederentflammmen des Bürgerkriegs schürte zudem die Nachricht vom Tod des Lokalrepräsentanten der oppositionellen »Islamischen Partei der Wiedergeburt« (Hizbi Nahzati Islomii Tojikiston). Sabzali Mahmadrizoev soll bei einer Protestkundgebung gegen die Offensive der tadschikischen Armee in Khorog erschossen worden sein.
Die Region Berg-Badachschan grenzt an Afghanistan und ist einer der unzugänglichsten Provinzen des zentralasiatischen Landes. Unter den 250.000 Einwohnern finden sich auch etliche Gemeinschaften der Nizari-Ismailiten, deren Oberhaupt der Aga Khan ist.
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