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13.08.2012

Tadschikistan: Rebellenführer Ayombekov stellt sich Behörden


Drei Wochen nach den Kämpfen in der osttadschikischen Provinz Berg-Badachschan hat sich Rebellenführer Tolib Ayombekov am Sonntag ergeben und wurde von Armeeeinheiten festgenommen.

 

Mindestens 70 Menschen, darunter viele Zivilisten, waren Ende Juli im Zuge einer Offensive in der östlichen Provinz Berg-Badachschan ums Leben gekommen, viele weitere verletzt worden. Auslöser der gewaltsamen Zusammenstöße war nach offizieller Darstellung der Tod eines hohen tadschikischen Sicherheitsbeamten. Abdullo Nazarov, Leiter des staatlichen Geheimdienstes in der Region, war am Samstag erstochen worden. Die Führung in Duschanbe vermutete den Milizenführer Tolib Ayombekov hinter dem Attentat.

 

Daraufhin waren tadschikische Armeeverbände dann in die Provinzhauptstadt Khorog eingerückt – und verlangten nach den heftigen Gefechten die Auslieferung Ayombekovs. Dieser war bereits in den 1990er Jahren in der tadschikischen Opposition aktiv, als das Land kurz nach der Unabhängigkeit von 1991 bis 1997 in einen blutigen Bürgerkrieg versank. Das Fachportal Eurasianet bestreitet diese Version der Staatsführung. Demnach bestätigten westliche diplomatische Kreise in Duschanbe, dass die Regierungsoffensive bereits in den vergangenen Wochen vorbereitet wurde.

 

Was genau in den vergangenen Wochen in der tadschikischen Grenzprovinz Berg-Badachschan geschah, ist für unabhängige Medien praktisch nicht nachzuprüfen, da Führung in Duschanbe im Zuge der Offensive zahlreiche Webseiten sperrte. Für den Medien-Blackout hat die Regierung eine geradezu abenteuerliche Erklärung: Nach Angaben des Informationsministeriums soll angeblich ein Querschläger während der Gefechte in Khorog die Internetleitung getroffen und gekappt haben

 

Kurz vor seiner Festnahme ließ Ayombekov in einem Interview mit dem Sender RFE dementieren, dass er sich nach den Gefechten nach Afghanistan abgesetzt hätte. Zudem deutete der Milizenführer an, dass der Aga Khan möglicherweise die Waffenniederlegung und Aufgabe der Rebellen vermittelt haben könnte.

 

Die Region Berg-Badachschan grenzt an Afghanistan und ist einer der unzugänglichsten Provinzen des zentralasiatischen Landes. Unter den 250.000 Einwohnern finden sich auch etliche Gemeinschaften der Nizari-Ismailiten, deren Oberhaupt der Aga Khan ist.



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