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03.08.2012

Tadschikistan: Medien-Blackout hält weiter an


Was passiert in der tadschikischen Grenzprovinz Berg-Badachschan? Für unabhängige Medien ist das praktisch nicht nachzuprüfen, denn noch immer sind zahlreiche Webseiten gesperrt und Kommunikationswege unterbrochen.

 

Mindestens 48 Menschen, darunter 17 Soldaten der tadschikischen Armee und 30 Rebellen, waren vergangene Woche im Zuge einer Offensive in der östlichen Provinz Berg-Badachschan ums Leben gekommen, viele weitere verletzt worden.

 

Auslöser der gewaltsamen Zusammenstöße war nach offizieller Darstellung der Tod eines hohen tadschikischen Sicherheitsbeamten. Abdullo Nazarov, Leiter des staatlichen Geheimdienstes in der Region, war am Samstag erstochen worden. Die Führung in Duschanbe vermutet den Milizenführer Tolib Ayombekov hinter dem Attentat.

 

Am Dienstag rückten tadschikische Armeeverbände dann in die Provinzhauptstadt Khorog ein – und verlangen nun nach den heftigen Gefechten die Auslieferung Ayombekovs. Dieser war bereits in den 1990er Jahren in der tadschikischen Opposition aktiv, als das Land kurz nach der Unabhängigkeit von 1991 bis 1997 in einen blutigen Bürgerkrieg versank. Unklar ist, ob Ayombekov bei den Gefechten verletzt worden ist. Angeblich hat sich der Milizenführer nach Afghanistan abgesetzt, wohingegen die verbliebenen Rebellen sich alle ergeben und von Präsident  Emomalii Rahmon begnadigt wurden.

 

Das Fachportal Eurasianet bestreitet diese Version der Staatsführung. Demnach bestätigten westliche diplomatische Kreise in Duschanbe, dass die Regierungsoffensive bereits in den vergangenen Wochen vorbereitet wurde. Für den Ausfall des russischen Dienstes der BBC, der russischen Zeitung Vesti, der Nachrichtenagentur Ria Novosti, des Videoportals Youtube sowie des häufig genutzte Nachrichtenportals Asia Plus seit Anfang dieser Woche hat die Regierung eine geradezu abenteuerliche Erklärung: Nach Angaben des Informationsministeriums soll angeblich ein Querschläger während der Gefechte in Khorog die Internetleitung getroffen und gekappt haben.



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