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22.08.2012

Tadschikistan: Konflikt in Berg-Badachschan flammt wieder auf


Nach dem Tod eines früheren Milizenführers sind die Spannungen zwischen tadschikischen Streitkräften und der Lokalbevölkerung wieder entflammt. Der oppositionelle ehemalige Bürgerkriegsmilizionär Imumnazar Imumnazarov war in der Nacht auf den 22. August in seinem Haus ermordet worden. Das Fachportal Eurasianet berichtet, dass unbekannte Angreifer Handgranaten in die Fenster des Hauses geworfen haben sollen.

 

Daraufhin versammelten sich am Morgen zunächst etwa 100 Menschen vor dem lokalen Regierungsgebäude, im Laufe des Tages wuchs die Kundgebung im Zentrum der Provinzhauptstadt Khorog auf 3.000 an. Die Demonstranten forderten ein Ende der Gewalt und eine Aufklärung des Mordes an Imumnazarov.

 

Dabei schien die Lage in der Provinz Berg-Badachschan gerade wieder beruhigt, nachdem die tadschikische Armee vor einer Woche ihre Kampfeinheiten aus Khorog zurückgezogen und zudem die umstrittenen Checkpoints geräumt hatte. Anwohner hatten in den vergangenen Wochen jedoch immer wieder gegen die starke Militärpräsenz demonstriert, nachdem an einem Checkpoint zwei Menschen erschossen worden waren.

 

Mindestens 70 Menschen, darunter viele Zivilisten, waren Ende Juli im Zuge einer Offensive in der östlichen Provinz Berg-Badachschan ums Leben gekommen, viele weitere verletzt worden. Auslöser der gewaltsamen Zusammenstöße war nach offizieller Darstellung der Tod eines hohen tadschikischen Sicherheitsbeamten. Abdullo Nazarov, Leiter des staatlichen Geheimdienstes in der Region, war am Samstag erstochen worden. Die Führung in Duschanbe vermutete den Milizenführer Tolib Ayombekov hinter dem Attentat.

 

Daraufhin waren tadschikische Armeeverbände dann in die Provinzhauptstadt Khorog eingerückt – und verlangten nach den heftigen Gefechten die Auslieferung Ayombekovs, der sich schließlich vor zwei Wochen ergab und von Armeeeinheiten festgenommen wurde. Ayombekov war bereits in den 1990er Jahren in der tadschikischen Opposition aktiv, als das Land kurz nach der Unabhängigkeit von 1991 bis 1997 in einen blutigen Bürgerkrieg mit bis zu 60.000 Toten versank. Die Region Berg-Badachschan grenzt an Afghanistan und ist einer der unzugänglichsten Provinzen des zentralasiatischen Landes.



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