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Die Regierung in Juba hat dem Schweizer Rohstoffhändler Trafigura vorgeworfen, Öl aus südsudanesischer Produktion illegal gekauft und im Hafen Port Sudan geladen zu haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.
Insgesamt geht es um drei Schiffsladungen Öl, von denen der weltweit drittgrößte Ölhändler eine Mitte Januar auf das Schiff Ratna Shradha verladen und die sudanesische Regierung dafür entlohnt haben soll. Seit Januar beschuldigt der Süden Khartum, sein Öl zu beschlagnahmen und illegal zu verkaufen. Der Norden wiederum besteht darauf, die Ladungen zu beschlagnahmen, um ausbleibende Transitgebühren zu kompensieren. Als Reaktion hatte Juba Mitte Januar die Ölproduktion von etwa 350.000 Fass am Tag fast komplett eingestellt. Öleinnehmen machen 98 Prozent des Staatshaushaltes im Süden und 36 Prozent im Norden aus.
Trafigura erklärte, dass man die Vorwürfe aus Juba untersuchen werde und dass man seit Monaten versuche, die Legalität der Ölkäufe im Hafen Port Sudan abzusichern. Beide Sudans konnten sich seit der Unabhängigkeit des Südens 2011 nicht auf einen Verteilungsschlüssel einigen. Die von Trafigura beauftragte indische Reederei India Steamship ließ verlautbaren, dass ihr während der Verladung des Öls keine rechtlichen Ungereimtheiten bekannt gewesen wären.
Beim Abnehmer der anderen beiden Lieferungen in Port Sudan soll es sich nach Angaben von Reuters um den Rohstoffhändler FAL Oil handeln, der Konzern lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen bislang ab. Auch über Aufenthalts- und Bestimmungsort der drei Schiffe und ihrer Ladung herrscht weiterhin Unklarheit. Das südsudanesische Justizministerium hatte angekündigt, jedes Unternehmen, dass aus seiner Sicht Südsudan gehörendes Öl im Norden abnehme, sowie jeden Staat, der entsprechende Ladungen lösche, vor Gericht zu belangen.
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