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Nach gerade einmal zehn Tagen am Verhandlungstisch in Addis Abbeba haben Sudan und Südsudan ihre Gespräche vorerst abgebrochen.
Unmittelbarer Grund für die Aussetzung der Gespräche war wohl die Zugehörigkeit des von beiden Seiten beanspruchten Ölfelds Heglig. Sudans Verteidigungsminister Abdel Raheem Mohamed Hussein warf Juba vor, auf illegitimen Territorialforderungen zu bestehen, die für Khartum nicht akzeptabel seien.
Nach fast zwei Monaten offener Gewalt waren beide Staaten am 30. Mai erstmals wieder zu direkten Friedensgesprächen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abbeba zusammen gekommen. Zuvor hatten die Vereinten Nationen den Abzug der sudanesischen Streitkräfte aus der umstrittenen Grenzprovinz Abyei bestätigt, den Khartum am Mittwoch verkündet hatte. Sudanesische Truppen hatten das Gebiet bereits im Mai 2011 unter ihre Kontrolle gebracht, der Rückzug war eine der Forderungen des Aktionsplans der Afrikanischen Union (AU).
Der AU-Sondergesandte Thabo Mbeki hatte sich nach mehreren Treffen in Khartum und Juba in den vor einer Woche bereits zuversichtlich gezeigt, innerhalb weniger Tage die Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen den beiden Sudans verkünden zu können.
Anfang April hatte das südsudanesische Militär das Ölfeld Heglig erobert und für sich in Anspruch genommen. Heglig liegt in der zwischen beiden Ländern umstrittenen Grenzzone, war aber bis zu einer bilateralen Demarkationseinigung von den Vereinten Nationen dem sudanesischen Bundesstaat Süd-Kordofan zugesprochen worden. Vor der Gewalteskalation im Grenzgebiet hatten sich Vermittlungsgespräche im äthiopischen Addis Abbeba über die vergangenen Monate ergebnislos hingezogen. Die Afrikanische Union hatte beiden Staaten Ende April zunächst ein Ultimatum gestellt, und anschließend Südafrikas ehemaligen Präsidenten Mbeki zum Sondergesandten ernannt.
Ob zumindest in den anderen Streitpunkten eine Übereinkunft zustande kommt, steht in den Sternen. Knackpunkt ist auch hier der militärische Status Quo in der Grenzregion Abyei swoie ein Verteilungsschlüssel für die Öleinnahmen.
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