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Rebellen der Sudan Liberation Army (SLA) haben die Einnahme der Stadt Gereida, etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt der Provinz Süd-Darfur vermeldet. Die gemeinsame Mission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union UNAMID hat inzwischen bestätigt, dass sie eines ihrer Lager nahe Gereida wegen der Kämpfe evakuieren musste.
Im Windschatten der Sezession des Südsudans hat sich die Lage in der Westregion Darfur nach einer vorübergehenden Beruhigung seit dem letzten Sommer wieder verschärft. Auslöser war die Aufkündigung des Friedensabkommens von Abuja durch den einzigen Unterzeichner auf Rebellenseite, Minni Minnawi, im Dezember 2010. In der Folge kam es zu heftigen Gefechten zwischen den Regierungstruppen und Minnawis Fraktion der SLA sowie anderen Aufständischen. Die Kämpfe konzentrieren sich vor allem auf das Bergmassiv Jebel Marra und haben neue Flüchtlingsströme nach sich gezogen.
Dabei bietet die militärische Verwicklung der sudanesischen Streitkräfte in die ständigen und weiter eskalierenden Kämpfe gegen den Südsudan den einzelnen Milizen nun aber eine neue Gelegenheit, Boden gutzumachen.
Dass die Offensive gegen Sudans Armee trotzdem vergleichsweise spät einsetzt, mag daran liegen, dass Ende Dezember Khalil Ibrahim, der Anführer des »Justice and Equality Movement« (JEM) in Darfur, bei einem Luftangriff der Regierungsarmee im Teilstaat Nord-Kordofan ums Leben kam. Ibrahims Tod war für seine Bewegung ein herber Verlust. Dank seines Charismas war es ihm gelungen, JEM zur militärisch wie medial schlagkräftigsten Truppe in Darfur zu formen, während sich die anderen Aufständischen in schier zahllose Fraktionen zersplitterten.
Bereits im November hatten JEM und SLA ein strategisches Bündnis gegen Khartum geschlossen. Sudan wiederum wirft dem Südsudan nun vor, beide Gruppen über den nördlichen Teil der Sudan People Liberation Movement (SPLA) mit Waffen zu versorgen, um die Front im Süden, rund um das umkämpfte Ölfeld Heglig, zu entlasten.
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