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31.07.2012

Sudan-Konflikt: Baschir schlägt Einladung zu Treffen mit Kiir aus


Sudans Präsident Omar al-Baschir wird nicht an einem Gipfeltreffen mit seinem südsudanesischen Amtskollegen Salva Kiir teilnehmen, wie die staatliche sudanesische Nachrichtenagentur Suna vermeldet.

 

Der AU-Sondergesandte Thabi Mbeki hatte beide Staatschefs für Mittwoch zu einem direkten Treffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abbeba geladen, um in Bewegung in die festgefahrenen Friedensgespräche zu bringen. Offiziell hieß es, dass Omar al-Baschir stattdessen zu einem Staatsbesuch nach Katar aufbricht und darauf drängte, dass ein direktes Treffen erst »nach sorgfältigen Planungen und Vorbereitungen« stattfinden solle.

 

Bis zum 2. August haben beide Staaten Zeit, die von der Afrikanischen Union geforderte Übereinkunft zu erzielen. Zwar trafen al-Baschir und Kiir am Rande des AU-Gipfels vor drei Wochen kurz aufeinander, zum wiederholten Male aber hatten Sudan und Südsudan ihre Gespräche Ende Juni abgebrochen.

 

Zuvor hatten die Vereinten Nationen den Abzug der sudanesischen Streitkräfte aus der umstrittenen Grenzprovinz Abyei bestätigt, den Khartum am Mittwoch verkündet hatte. Sudanesische Truppen hatten das Gebiet bereits im Mai 2011 unter ihre Kontrolle gebracht, der Rückzug war eine der Forderungen des Aktionsplans der Afrikanischen Union (AU).

 

Anfang April hatte das südsudanesische Militär das Ölfeld Heglig erobert und für sich in Anspruch genommen. Heglig liegt in der zwischen beiden Ländern umstrittenen Grenzzone, war aber bis zu einer bilateralen Demarkationseinigung von den Vereinten Nationen dem sudanesischen Bundesstaat Süd-Kordofan zugesprochen worden. Vor der Gewalteskalation im Grenzgebiet hatten sich Vermittlungsgespräche im äthiopischen Addis Abbeba über die vergangenen Monate ergebnislos hingezogen. Die Afrikanische Union hatte beiden Staaten Ende April zunächst ein Ultimatum gestellt, und anschließend Südafrikas ehemaligen Präsidenten Mbeki zum Sondergesandten ernannt.

 

Auch ob in den anderen Streitpunkten eine Übereinkunft zustande kommt, steht in den Sternen. Knackpunkt ist auch hier der militärische Status Quo in der Grenzregion Abyei sowie ein Verteilungsschlüssel für die Öleinnahmen.



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