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19.01.2012

Somalia: »Ärzte ohne Grenzen« schließt Krankenhäuser in Mogadischu


»Ärzte ohne Grenzen« wird seine zwei größten Krankenhäuser in der somalischen Hauptstadt Mogadischu schließen. Das teilte die Hilfsorganisation auf ihrer Homepage mit.


Der Rückzug erfolgt in Reaktion auf die Tötung zweier Ärzte Ende des vergangenen Jahres. Der 53-jährige Belgier Philippe Havet und der 44-jährige Indonesier Andrias Karel Keiluhu waren am 29. Dezember 2011 von einem lokalen Mitarbeiter erschossen worden. Der Überfall hatte sich im Stadtteil Hodan ereignet, der eigentlich unter Kontrolle der somalischen Regierung und der Truppen der Afrikanischen Union steht.


Nach eigenen Angaben erreicht die Hilfe von »Ärzte ohne Grenzen« in Hodan knapp 200.000 Menschen. Nach dem Rückzug aus dem Stadtteil Hodan verringert sich die Hilfskapazität der Organisation in Mogadischu um die Hälfte, wenngleich sie verkündete, in insgesamt zehn Zentren im Land den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten.


Dennoch trifft der Rückzug von »Ärzte ohne Grenzen« die Hauptstadt hart und dürfte die ohnehin prekäre humanitäre Lage noch weiter verschlimmern. Neben dem Flüchtlingsstrom in Richtung Süden in das kenianische Lager Dadaab haben sich infolge der verheerenden Dürre am Horn von Afrika geschätzt 184.000 Flüchtlinge in und um Mogadischu angesiedelt. Bereits vor einer Woche hatte zudem das Internationale Rote Kreuz dem Druck der islamistischen Shabaab-Milizen nachgegeben und seine Hilfslieferungen für insgesamt 1,1 Millionen Menschen in Zentral- und Südsomalia eingestellt.



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