Quicknews
Die Seychellen haben die Aufnahme 25 mutmaßlicher somalischer Piraten abgelehnt. Eine entsprechende Anfrage hatte die dänische Regierung an den etwa 1.600 Kilometer östlich der afrikanischen Küste gelegenen Inselstaat im Indischen Ozean gestellt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Am 7. Januar 2012 hatte das dänische Kriegsschiff »Absalon« die Piraten gefangen genommen und sucht seitdem in der Region nach einem aufnahmewilligen Land, das die Kriterien für Internierung und Strafverfolgung erfüllt – bisher ohne Erfolg. Welche Staaten dafür angefragt wurden, wollte das dänische Außenministerium aber nicht bekannt geben. Im vergangenen Jahr waren 24 von der dänischen Marine gefangen genommene Piraten nach Kenia ausgeliefert wurden.
Nach Aussage des dänischen Leiters der 2009 gegründeten UN-Kontaktgruppe für die Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias sollen die ersten Gefängnisanstalten speziell für Küstenpiraten 2013 fertig gestellt werden – und zwar in den de facto autonomen Entitäten Somaliland und Puntland. Diese sollen die Kriterien des 2007 beschlossenen »Kopenhagen-Prozesses über die Behandlung von Gefangenen in internationalen Militäroperationen« erfüllen.
Die NATO-Staaten, die an der »Atalanta«-Operation waren oder sind, wollen gefangene Piraten möglichst nicht auf eigenem Territorium, sondern in der Region aburteilen lassen. Für Schlagzeilen sorgte in diesem Zusammenhang der Prozess gegen zehn mutmaßliche somalische Piraten, der zurzeit noch immer in Hamburg anhängig ist. Dort wird Ende April 2012 auch eine Konferenz zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika statt.
zenithDebatte
Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Religion verfechten ihren Standpunkt zu einem aktuellen Thema.
Kalender
zenith Edition
Reaching for the Sun?
The Search for Sustainable Energy Policies in North Africa and the Middle East