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Am Donnerstag haben sich in der marokkanischen Hauptstadt Rabat fünf junge Hochschulabsolventen selbst in Brand gesteckt. Sie protestierten damit gegen die – wie sie vorher skandierten – »Perspektivlosigkeit in ihrem Land«. Zuvor hatten sie mit rund 160 anderen Demonstranten zwei Wochen lang ein Gebäude des Bildungsministeriums in Rabat besetzt.
Die marokkanische Menschenrechtsorganisation AMDH kritisierte massiv das Vorgehen der lokalen Sicherheitskräfte: »Die Polizei verhinderte seit Tagen, dass die Demonstranten im Gebäude Zugang zu Wasser und Lebensmittel hatten. Danach haben die fünf jungen Männer mit Selbstverbrennung gedroht. Als sie nicht ernst genommen wurden, haben sie ihre Drohung wahr gemacht«, sagte AMDH-Sprecher Youssef al-Raissouni. Drei der fünf Männer wurden in ein Spezialklinikum in Casablanca eingeliefert, davon liegen zwei laut offiziellen Angaben mit lebensbedrohlichen Verletzungen im künstlichen Koma.
In Marokko hatte sich vor rund einem Jahr im Zuge des Arabischen Frühlings eine Protestbewegung gegründet, danach leitete König Mohammed VI eine Verfassungsreform und Neuwahlen ein.
Seit der Regierungsübernahme durch die islamistische Partei PJD Anfang Januar wurde versucht, die Proteste in Marokko einzudämmen. Deren Vorsitzender und neuer Premierminister kommentierte den jüngsten Selbstverbrennungsprotest mit den Worten: »Wir können nicht für alle Arbeitsplätze schaffen.«
In dem neuen Regierungsprogramm wurde festgeschrieben, das Durchschnittswachstum in den nächsten fünf Jahren weiter bei fünf Prozent zu stabilisieren. Allerdings profitierten in der Vergangenheit vor allem junge Menschen nicht von dieser Wachstumsstrategie, die schon frühere Regierungen fuhren. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt in Marokko bei rund 9 Prozent, unter Hochschulabsolventen beträgt sie 16 Prozent.
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