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Noch immer ist keine Lösung im Flüchtlingsdrama um die muslimische Volksgruppe der Rohingya im Grenzgebiet von Bangladesch und Myanmar in Sicht. Im Gegenteil: Myanmars Präsident Thein Sein wartete gegenüber dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, mit einem makabren Vorschlag auf: Die insgesamt 800.000 Rohingya in Myanmar hätten die Wahl, sich in die Lager der UNHCR zu begeben oder das Land zu verlassen. De facto würde das im Moment auf dasselbe hinauslaufen – bislang hat Myanmar der UNHCR keine Genehmigung erteilt, Lager auf seinem Staatsgebiet zu errichten.
Auch im Nachbarland sind die Rohingya weiterhin nicht willkommen. Bangladeschs Küstenwache weist seit über einem Monat Bootsflüchtlinge, die vor der Gewalt im Nachbarland Myanmar fliehen, konsequent ab.
Ausgangspunkt der Ausreisewelle waren heftige Zusammenstöße im myanmarischen Bundesstaat Rakhaing. Muslimische Rohingya und die buddhistische Rakhaing verübten demnach beide Kollektivvergeltung in Dörfern der Region. Der Grund für den Ausbruch der Gewalt ist allerdings noch nicht restlos geklärt, möglicherweise löste ein Vergewaltigungsfall die konfessionelle Gewalt aus.
Die Rohingya leben seit Jahrzehnten meist ohne geklärten Status auf beide Länder verteilt, besitzen in der Regel aber weder die Staatsbürgerschaft von Myanmar noch von Bangladesch. Zuletzt wüteten Anfang der 1990er Jahre konfessionelle Konflikte in der Region, insgesamt sollen sich bis zu 300.000 Rohingya in Bangladesch aufhalten, 80.000 davon in Flüchtlingslagern in der Grenzprovinz Cox's Bazaar.
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