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25.06.2012

Proteste im Sudan dauern an


Die Proteste im Sudan reißen nicht ab. Seit neun Tagen demonstrieren hunderte Menschen vorrangig in der Hauptstadt Khartum, daneben werden mittlerweile aber auch Kundgebungen in den Städten Port Sudan und El-Obeid gemeldet. Auch Präsident Omar al-Baschir hat sich bereits zu Wort gemeldet – und sich bemüht zu betonen, dass die Proteste, keinen »Arabischen Frühling« im Sudan auslösen würden.

 

Anlass des Protests war die Ankündigung der sudanesischen Regierung, Subventionen auf Grundnahrungsmittel und Treibstoff drastisch zu kürzen. Durch den andauernden Streit um die Öleinnahmen mit dem Südsudan gerät Khartum seit Monaten in erhebliche wirtschaftliche Turbulenzen, im Mai war die Inflation zuletzt auf 30 Prozent nach oben geschnellt.

 

Bereits vor etwa drei Wochen waren Studentenproteste die Sudan University of Science and Technology ausgebrochen. Die technische Hochschule mit 20 Instituten an insgesamt acht Standorten rund um die Hauptstadt Khartum hatte die Militärpräsenz auf dem Campus erheblich hoch- und den Lehrbetrieb zurückgefahren, nachdem Studenten den politischen Nepotismus an der Lehranstalt öffentlich angeprangert hatten. Eine Woche später gingen sudanesische Studenten auf die Straße, um ihren Unmut Luft zu machen. Vor dem Campus der Universität Khartum versammelten sich etwa 200 Studenten und wurden mit Tränengas und Schlagstöcken auseinander getrieben.

 

So werfen sie der Universitätsleitung vor, regierungsfreundliche Studenten zu bevorteilen – oder dort gar gezielt Unterstützer unterzubringen, die nur pro forma als Studenten eingeschrieben sind. Zudem bemängeln die politische Einflussnahme der Regierung auf die Universitätsleitung. So wird der Rektor direkt von Staatspräsident Omar al-Baschir ernannt, der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums ist zurzeit der amtierende Ölminister Awad al-Jaz. Zudem bemängeln die regierungskritischen Studenten die in den den vergangenen Jahren noch weiter forcierte Militärpräsenz auf dem Campus.

 

Die Protestbewegung in der arabischen Welt hatte im Januar 2011 für kurze Zeit auch den repressiv regierten Sudan erreicht. Dort hatten vor allem Studenten der Hochschulen in und um Khartum den Protest auf die Straße gebracht, eine landesweite Protestbewegung entwickelte sich jedoch nicht.



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