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06.09.2011

Piratenangriffe vor Oman: Bewaffneter Schutz an Bord?


Die Piraten am Horn von Afrika suchen neue Jagdgründe und wagen sich immer näher an Küsten heran: Die Königliche Marine des Sultanats Oman meldet nun eine erfolgreiche Rettungsaktion rund 34 Seemeilen vor der Hafenstadt Salalah. Das unter liberianischer Flagge fahrende Handelsschiff »Nedlloyd Africa« wurde dort in der vergangenen Woche von somalischen Piraten angegriffen.


Unterstützt von Flugzeugen der Luftwaffe griff die omanische Marine ein und konnte die Piraten offenbar überwältigen. Erst wenige Tage zuvor hatten Piraten vor Salalah den Chemietanker »Fairchem Bogey« gekapert und entführt. Es war laut Angaben des International Maritime Bureau in London (IMB) der erste Überfall somalischer Seeräuber auf ein Schiff, das in den Hoheitsgewässern eines souveränen Staates ankerte.


Laut Schätzungen kostet Piraterie den Welthandel jährlich zwischen 7 und 12 Milliarden US-Dollar.


Indes werden die Forderungen der Reedereiwirtschaft nach bewaffneter Sicherheit an Bord deutscher Handelsschiffe lauter. »Die Alternative ist, dass die Reeder einfach ausflaggen, wenn es in Deutschland dazu nicht bald eine verlässliche Regelung gibt«, sagt ein Experte im Gespräch mit zenith – Zeitschrift für den Orient. Auch Pläne für die Umschulung von Bundeswehrsoldaten zu Sicherheitskräften auf See werden diskutiert. »Grundsätzlich ist das ein interessanter Vorschlag. Der müsste zwischen dem Innen- und dem Verteidigungsministerium abgestimmt und geprüft werden«, sagte der Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) der Zeitung Die Welt.


Kapitän Kai Brüggemann, Fachmann für Risiko-Transporte bei der niedersächsischen Versicherung HDI-Gerling, weist im Interview mit zenith auf die vergleichbare Praxis bei Schutz von Warenlagern an Land hin. »Wenn Sie in Nicaragua eine Lagerhalle mit Waren im Wert von 200 Millionen Euro haben – was einem großen Containerschiff entsprechen kann – dann haben Sie davor ganz sicher bewaffnete Wächter stehen«, sagte Brüggemann im Interview und unterstützte die Forderung nach einem »der Bedrohung angemessenen Schutz« von Handelsschiffen.



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