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Bei den Parlamentswahlen in Osttimor ging am Samstag die Partei von Premier Xanana Gusmão als Sieger hervor, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. Der »Nationalrat des timoresischen Widerstandes« verbesserte sein Ergebnis von 2007 von 24,1 auf 36,7 Prozent. Dagegen stagnierte die zweite große timoresische Partei Fretilin (»Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste«) und blieb bei etwa 29 Prozent.
Beide Parteien hatten sich 2007 nur widerwillig und nach landesweiten Unruhen auf eine Koalition geeinigt, die schließlich von Gusmao geführt wurde. Es wwaren die zweiten Wahlen in diesem Jahr in dem südostasiatischen Land. Im März hatte sich der ehemalige Armeechef Taur Matan Ruak gegen Francisco »Lu Olo« Guterres von der Fretilin durchsetzen können. Amtsinhaber José Ramos-Horta war damals bereits in der ersten Wahlrunde überraschend gescheitert.
Beide Wahlen gelten als Testfall für den weiteren Übergang zur vollen Souveränität. Finn Reske-Nielson, Leiter der »United Nations Integrated Mission in Timor-Leste« (UNMIT), kündigte bereits an, ab September die noch verbliebenen 1.300 Polizeikräfte abzuziehen. Bis Ende des Jahres soll das UN-Mandat dann planmäßig enden, ebenso wie die Präsenz australischer und neuseeländischer Soldaten.
Die frühere portugiesische Kolonie war 1975 von indonesischen Truppen besetzt worden, nach fast drei Jahrzehnten erlangte Osttimor 2002 die Unabhängigkeit. Ramos-Horta, einer der führenden Köpfe der Unabhängigkeitsbewegung, hatte 1996 den Friedensnobelpreis für seinen Weg des gewaltlosen Widerstands erhalten. 2002 wurde er zunächst Außenminister des Landes, 2007 gewann er die zweiten Präsidentschaftswahlen.
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