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Die früheren nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo und Ibrahim Babangida haben in einer gemeinsamen Erklärung zum Frieden in ihrem Land aufgerufen.
»Die Ereignisse der letzten Jahre in unserem geliebten Vaterland Nigeria drohen die fast ein Jahrhundert alte Arbeit unserer Gründerväter und den nachfolgenden Generationen in den Aufbau einer starken, geeinten, friedlichen Nation, zunichte zu machen. Die Krisen wüten im ganzen Land unvermindert mit schädlichen Folgen für das soziale, politische und wirtschaftliche Leben der Nation«, heißt es in der Erklärung. Obasanjo, ein Christ aus dem Südwesten des Landes, hatte das Land von 1999 bis 2007 regiert, der Muslim Babangida aus Zentralnigeria stand als Militärchef von 1985 bis 1993 an der Spitze des Staates.
Zudem forderten die früheren Staatschefs neben den laufenden Sicherheitsoperationen eine »Einbindung der Gemeinschaften«, die Terrorgruppe Boko Haram, die seit Beginn des Jahres nahezu tägliche Angriffe fährt und für dutzende Anschläge verantwortlich zeichnet, nannten sie jedoch nicht explizit.
Signifikante Fortschritte im Kampf gegen Boko Haram kann Nigerias Staatsführung noch immer kaum vorweisen. Präsident Goodluck Jonathan hatte vor etwa einem Monat die Konsequenzen aus den verheerenden Unruhen und die immer erfolgreicheren Angriffe der islamistischen Boko Haram gezogen und feuerte sowohl seinen Verteidigungsminister Bello Mohammed als auch den bisherigen Chef des Nationalen Sicherheitsrates Owoye Azazi.
Zuvor waren mindestens 150 Menschen nach Tagen anhaltender Gewalt im Norden Nigerias ums Leben gekommen. Daraufhin hatten die nigerianischen Behörden deshalb eine Ausgangssperre für den gesamten Bundesstaat Kaduna verhängt, in dem sich die heftigsten Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen abspielten.
Bereits Anfang Februar waren die Behörden in die Kritik geraten, als der Hauptverdächtige der Weihnachtsanschläge von Abuja aus der Untersuchungshaft fliehen konnte. Jonathan sah sich daraufhin scharfer Kritik ausgesetzt und entließ den Polizeichef der Hauptstadt. Zudem konnte die Gewalt seitens Boko Haram nicht eingedämmt werden, sondern eskalierte im Januar noch einmal, als in der Stadt Kano 186 Menschen bei einem Anschlag ums Leben kamen.
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