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So hatte sich Tunesiens Präsident Moncef Marzouki seinen Besuch in der einstigen Protesthochburg Kasserine nicht vorgestellt: Zwischen 200 und 300 Jugendliche, so berichteten die Zeitung El-Watan und der Sender Mosaique FM, demonstrierten am vergangenen Sonntag gegen ihn. Sie skandierten »Marzouki hau ab!« und begannen ein Pfeifkonzert. Auch Premierminister Hamadi Jebali von der gemäßigt islamistischen Nahda-Partei war nach Kasserine gekommen. Die Visite wurde aufgrund der Proteste allerdings vorzeitig beendet. Auf einem Handyvideo aus Kasserine, das am 8. Januar auf Youtube eingestellt wurde, sind Jugendliche zu sehen, die Steine auf Sicherheitskräfte werfen und anscheinend versuchen, sich vor Tränengas zu schützen.
Laut tunesischen Medien werfen die protestierenden Jugendlichen der Regierung vor, ihre sozialen Versprechungen nicht zu halten. Die osttunesischen Städte Thala und Kasserine nahe der algerischen Grenze zählen zu den ärmsten Kommunen in Tunesien und weisen eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit auf. An den Protesten gegen das Regime Ben Ali Anfang 2011 beteiligten sich die Bewohner besonders beherzt – es gab dort 25 Tote und hunderte Verletzte, da die Sicherheitskräfte dort über mehrere Tage scharfe Munition einsetzten. Unbestätigten Meldungen nach soll der damalige Machthaber Ben Ali sogar erwogen haben, Kasserine und Thala aus der Luft zu bombardieren.
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