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Die Lage im Sahel-Staat Mali scheint in den vergangenen Woche immer mehr zu eskalieren. Nach vereinzelten Zusammenstößen Ende 2011 entwickelt sich in den Wüstenregionen nahe der Grenze zu Algerien, Niger und Libyen eine Neuauflage der Tuareg-Rebellion, die zuletzt 2009 unter libyscher Mediation befriedet worden war.
Seit Beginn des Jahres kristallisiert sich allerdings heraus, dass die malische Armee nicht in der Lage ist, militärisch die Oberhand zu gewinnen. Aus der Provinzhauptstadt Ménaka in Gao wird vermeldet, dass den Streitkräften die Munition ausging, die Opferzahlen – welche offiziell nicht bekannt gegeben wurden – waren vergleichsweise hoch.
Seit Anfang Februar schlägt sich die Eskalation im Nordosten auch in der Hauptstadt Bamako wieder. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sei die Metropole am Niger seit zwei Tagen »wie paralysiert«. Hunderte wütende Demonstranten setzten auf den Straßen Reifen in Brand und umstellten den Präsidentenpalast. Viele der protestierenden Angehörigen von malischen Soldaten werfen der Regierung Versagen bei der Aufstandsbekämpfung vor und machen sie für die ungewöhnlich hohen Verluste verantwortlich.
Zudem mehren sich die Anzeichen für ein Aufflammen von Animositäten zwischen den Volksgruppen aus dem Norden und Süden rund um Bamako. Aus den Städten Kati und Segou wird von Übergriffen auf Geschäfte und Häuser dort lebender Tuareg berichtet. Unmittelbar darauf trat Präsident Amadou Toumani Touré vor die Kameras und rief im Staatsfernsehen seine Landsleute auf, diejenigen,die Militärbasen und Städte angreifen, nicht mit »unseren arabischen, Tuareg-, Songhai- und Fulani-Mitbürgern« zu verwechseln.
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