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30.03.2012

Mali: Tuareg erobern Kidal, ECOWAS stellt Junta Ultimatum


Die Tuareg-Rebellen der Azawad-Befreiungsfront (MNLA) haben die strategisch wichtige Stadt Kidal im Nordosten des Landes eingenommen, wie die MNLA aber auch die Junta in Bamako bestätigte.


Knapp eine Woche lang hatten die Tuareg-Kämpfer die 25.000-Einwohner-Stadt belagert, die zwei Armeegarnisonen hätten sich inzwischen ergeben, nachdem der Putsch in der Hauptstadt Bamako keine Entlastung für die eingekesselten malischen Soldaten zugelassen hatte. Die Junta um Hauptmann Amadou Sanogo hatte in Reaktion auf den Fall Kidals um ausländische Militärunterstützung gebeten.


Genau diese droht den Anführern des Putsches vom 21. März nun aber selbst. Der in dieser Woche vorgelegte Verfassungsentwurf, nachdem eine Übergangsregierung aus 26 militärischen und 15 zivilen Mitgliedern die Macht übertragen werden solle, wurde von den Nachbarn des Sahel-Staates und der internationalen Gemeinschaft rundweg abgelehnt. Stattdessen wird die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung und die Wiedereinsetzung des geschassten Präsidenten Amadou Toumani Touré, dessen Amtszeit Ende April endet, gefordert.


Bereits am Mittwoch wollte eine Delegation der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) die Junta dazu drängen, beim Anfluf auf Bamako stürmten jedoch hunderte Putschanhänger das Flugfeld, so dass ECOWAS seine Mission kurzerhand aus Sicherheitsgründen abbrach.


Am Freitag kam die Reaktion umso härter: Nach dem Treffen des Länderbundes im ivorischen Abidjan verkündete Alassane Ouattara, der derzeit den ECOWAS-Vorsitz innehat, ein Ultimatum in Richtung Bamako: So habe die Junta um Sanogo 72 Stunden, um die Macht abzugeben und die Forderungen zu erfüllen. Andernfalls drohten Mali eine Handelsblockade, Währungssanktionen, Kontosperrungen und Reiseverbote für die Mitglieder der Junta.


Im vergangenen Jahr hatten ähnliche Sanktionen den renitenten Amtsinhaber Laurent Gbagbo nach den verlorenen Wahlen in der Elfenbeinküste geschwächt, möglicherweise sucht sein Nachfolger Alassane Ouattara nun einen ähnlichen Ansatz für Mali. Allerdings sandte Frankreich damals Truppen nach Abidjan, um Gbagbo habhaft zu werden, der nun auf seinen Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wartet. Dagegen hat ECOWAS von militärischen Drohungen bisher Abstand genommen – und unterstützt zudem explizit die territoriale Integrität Malis.



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