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16.11.2011

Mali sorgt sich wegen Tuareg-Rückkehrern


Die Machtübernahme in Libyen durch die früheren Rebellen zieht nun auch in Mali Konsequenzen nach sich. Am Sonntag machte sich eine Delegation demokratisch gewählter Vertreter auf den Weg in den Osten des Landes, um dort einer etwaigen Verschlechterung der Sicherheitslage vorzubeugen. Der Grund dafür sind mehrere Hundert Angehörige der Tuareg-Nomaden, die aus Libyen über Niger in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Im Gepäck haben sie eine große Anzahl an Waffen.


Bei Teilen der libyschen Rebellen gelten die Tuareg als Kollaborateure des Gaddafi-Regimes. Der libysche Staatschef hatte in den 1980er Jahren im libyschen Teil der Sahara militärische Trainingscamps für die Tuareg eingerichtet und so versucht, sie auf seine Seite zu ziehen. Die früher in den Sahelstaaten marginalisierte Volksgruppe erreichte in einer Reihe von teils blutigen Aufständen bis in die jüngste Vergangenheit eine deutliche Verbesserung ihrer Lage. Aus diesem Grund fühlten sich Teile der den Berbern zuzurechnenden Nomaden bis zuletzt dem Regime des libyschen Obersten in besonderer Weise verbunden. Schlagzeilen machten die Söldner, die Gaddafi schon ab Februar in den südlichen Nachbarländern angeheuert haben soll, darunter auch Hunderte von Tuareg.


Sorgen machen heute den malischen Vermittlern weniger diejenigen Rückkehrer, die sich in der Nähe der Regionshauptstadt Kidal niedergelassen haben. Sie scheinen zu Verhandlungen und sogar zu einer Übergabe der mitgeführten Waffen bereit zu sein. Weit schwieriger einzuschätzen sind die Absichten anderer Gruppen von Tuareg, die sich nordwärts in der malischen Sahara aufhalten. Ihre Bereitschaft zu einer friedlichen Zusammenarbeit mit den malischen Behörden wird angezweifelt. Wegen der Ankunft der Tuareg haben die malischen Streitkräfte inzwischen Spezialtruppen in den Osten des Landes, genauer gesagt, in die Nachbarregion von Kidal, nach Gao und Menaka, verlegt.


Die Republik Niger, die über eine direkte Grenze mit Libyen verfügt, dient nicht nur als Transitland für Tuareg. Sie hat ungleich größere Probleme mit Flüchtlingen aus dem nördlichen Nachbarland. Lesen Sie dazu den Artikel »Gaddafis langer Schatten« von Alex Thurston.



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