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22.05.2012

Mali: Mob stürmt Präsidentenplast und verprügelt Interimspräsidenten


Chaotische Szenen in Bamako: Der Präsidentenpalast ist am Montag von einem Mob gestürmt worden. Dabei wurde Interimspräsident Dioncounda Traoré in seinem Büro zusammengeschlagen und musste ins Krankenhaus gebracht werden, drei der Angreifer wurden von Traorés Bodyguards getötet.


Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte die Junta in Mali nach Verhandlungen mit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) am Wochenende einer Mandatsverlängerung von Traoré zugestimmt und das Ergebnis auf einer Pressekonferenz verkündet  – im Beisein des Junta-Führers Hauptmann Amadou Sanogo. Zeitgleich marschierten aber in Bamako tausende Unterstützer des Coups, die Traoré als Teil der einer korrupten politischen Elite sehen, gegen den Interimspräsidenten.


Welche Rolle das Militär bei der Stürmung des Präsidentenpalastes spielte, ist noch nicht eindeutig geklärt. Zwar bemühte sich die Junta schnell um eine Verurteilung der Ereignisse, dennoch berichten Augenzeugen, dass die Soldaten im besten Fall passiv Spalier standen, als diese über die Mauern kletterten oder teilweise mit ihren Motorrädern im Vorzimmer der Residenz parkten.


Dioncounda Traoré war am 12. April als Interimsstaatsoberhaupt von Mali vereidigt worden. Der bisherige Parlamentspräsident übernahm damit formell die Macht von der Junta um Hauptmann Amadou Sanogo, die am 21. und 22. März die Regierung und Präsident Amadou Toumani Touré gestürzt hatte.


In Mali hatte die Junta um Hauptmann Amadou Sanogo zwar am 11. April die zivile Macht an den früheren Parlamentspräsidenten Dioncounda Traoré übergeben, behält sich aber weiterhin eine tragende Rolle im Übergangsprozess vor. Ebenso wie dieses politische Prärogativ sicherte sich Sanogo im Rahmen des Übereinkommens mit ECOWAS zudem den Status eines ehemaligen Staatsoberhauptes – mit Anrecht auf lebenslange Bezüge und ein Anwesen auf Staatskosten.



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