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29.06.2012

Mali: MNLA und Ansar Dine auf Konfrontationskurs


Die islamistische, Al-Qaida nahe Ansar Dine des Tuareg-Führer Iyad Ag Ghali hat nun auch offiziell verkündet, die Kontrolle über alle drei großen Städte im Norden Malis erlangt zu haben. »Sie [die Kämpfer der MNLA] sind alle davon gelaufen. Wir haben beschlossen, sie nicht weiter zu verfolgen. Sie sind nicht mal mehr in den Außenbezirken der Städte«, so Ansar-Dine-Sprecher Oumar Ould Hamaha gegenüber Reuters.

 

Tags zuvor hatten sich die Islamisten schwere Kämpfe mit der Azawad-Befreiungsfront (MNLA) in Gao geliefert. Bei dem Sturm auf das lokale MNLA-Hauptquartier sollen etwa 20 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter auch der lokale MNLA-Kommandant.

 

Gao gehört nun neben Timbukto und Kidal zu den drei größeren urbanen Zentren, die von Truppen der Azawad-Befreiungsfront (MNLA) und der islamistischen Ansar Dine erobert und nun von den Islamisten kontrolliert werden. Beide Gruppen hatten ein gemeinsames Herrschaftsdokument entworfen, sich dann aber zunehmend voneinander entfremdet.

 

Die MNLA will von einer Niederlage gegen die Islamisten nichts wissen und gibt sich kämpferisch. MNLA-Sprecher Mossa Ag Attaher ließ verkündete, dass sich die »MNLA-Einheiten an den Grenzposten von Azawad sammeln, um Gao komplett aus dem Griff der islamistischen Gruppen zu befreien, die die Bevölkerung terrorisieren.«

 

Auch in der größten Stadt im Norden versucht Ansar Dine mit harter Hand ihre Vorstellungen durchzusetzen. Ebenso wie aus Kidal wird auch aus Timbuktu von regelmäßigen Patrouillen einer Art Religionspolizei sowie die Anwendung von Körperstrafen berichtet.

 

In Mali hatte die Junta um Hauptmann Amadou Sanogo zwar am 11. April die zivile Macht an den früheren Parlamentspräsidenten Dioncounda Traoré übergeben, behält sich aber weiterhin eine tragende Rolle im Übergangsprozess vor. Innenpolitisch stellt sich die Lage im westafrikanischen Staat derweil weiterhin unklar bis chaotisch dar. Ein Resolutionsentwurf zur Lage im westafrikanischen Mali hatte es noch immer nicht auf die Tagesordnung des UN-Sicherheitsrates geschafft. 



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