Quicknews
Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat in einer Presseerklärung vor einer Heuschreckenplage gewarnt, die die ohnehin dramatische Versorgungslage in der Sahel-Zone noch weiter zu verschärfen droht.
Ausgangspunkt der Heuschreckenplage ist laut FAO die landwirtschaftliche Vernachlässigung infolge der Verschlechterung der Sicherheitslage im libysch-algerischen Grenzgebiet. So waren die ersten Anzeichen vermehrten Heuschreckensbefall bereits im Januar 2012 im libyschen Ghat zu beobachten. Ende Mail waren laut FAO 40.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in Algerien und 21.000 Hektar in Libyen betroffen.
Nun droht die Heuschreckenplage nach Süden weiterzuziehen. Infolge von Krieg und Vertreibung sind etwa 320.000 Menschen in Mali auf der Flucht, mehrere Zehntausend zudem in den angrenzenden Nachbarländern. Eine Dürre infolge geringer Regenfälle hatte bereits im Frühjahr die Nahrungsvorräte von Millionen von Menschen in der Region aufgebraucht.
Insgesamt, so schätzen die Vereinten Nationen, sind rund 18 Millionen Menschen in der Sahel-Zone direkt von Hunger und Dürre betroffen. Damit hat die Hungersnot in diesem Jahr ein weitaus größeres Ausmaß als etwa 2005 und 2010, als vorwiegend die Staaten Tschad und Niger betroffen waren. Neben Mali treffen die Auswirkungen nahezu alle Staaten der Region, namentlich, Mali, Tschad, Niger, Burkina Faso, Mauretanien sowie Teile von Senegal, Kamerun und Gambia.
zenithDebatte
Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Religion verfechten ihren Standpunkt zu einem aktuellen Thema.
Kalender
zenith im Abo
Abonnieren Sie jetzt 6 Ausgaben zenith für 45 EUR im Jahr (36 EUR für Studenten)
zenith Edition
Reaching for the Sun?
The Search for Sustainable Energy Policies in North Africa and the Middle East