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Neuer Vorstoß der Afrikanischen Union (AU) in Mali: Der Staatenbund will in Kürze den UN-Sicherheitsrat anrufen, der die Grundlage für ein robustes Mandat für den westafrikanischen Staat legen soll.
Der derzeitige Ratsvorsitzende, Benins Präsident Thomas Boni Yayi, sagte gestern, dass »der UN-Sicherheitsrat das richtige Format für ein Mandat finden, und wenn nötig auch militärische Unterstützung in Erwägung ziehen muss.« Die AU favorisiere dabei ein »somalisches Modell«. Seit 2007 stellt die AU mit Absicherung durch ein Mandat des UN-Sicherheitsrats die Truppen für die AMISOM-Mission am Horn von Afrika – allerdings trotz seit dem vergangenen Jahr verschärfter Offensive bislang ohne durchschlagenden Erfolg.
Innenpolitisch stellt sich die Lage im westafrikanischen Staat derweil unklar bis chaotisch dar. Der Präsidentenpalast vor knapp zwei Wochen von einem Mob gestürmt worden. Dabei war Interimspräsident Dioncounda Traoré in seinem Büro zusammengeschlagen und musste ins Krankenhaus gebracht werden, drei der Angreifer wurden von Traorés Bodyguards getötet.
Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte die Junta in Mali nach Verhandlungen mit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) am Wochenende einer Mandatsverlängerung von Traoré zugestimmt und das Ergebnis auf einer Pressekonferenz verkündet – im Beisein des Junta-Führers Hauptmann Amadou Sanogo. Zeitgleich marschierten aber in Bamako tausende Unterstützer des Coups, die Traoré als Teil der einer korrupten politischen Elite sehen, gegen den Interimspräsidenten.
Welche Rolle das Militär bei der Stürmung des Präsidentenpalastes spielte, ist noch nicht eindeutig geklärt. Zwar bemühte sich die Junta schnell um eine Verurteilung der Ereignisse, dennoch berichten Augenzeugen, dass die Soldaten im besten Fall passiv Spalier standen, als diese über die Mauern kletterten oder teilweise mit ihren Motorrädern im Vorzimmer der Residenz parkten.
Vor einer Woche schließlich war Traoré zur medizinischen Behandlung nach Frankreich gereist, wo er sich zurzeit noch immer aufhält. Weder der 70-jährige Interimspräsident noch Hauptmann Sanogo haben sich seit den Vorfällen öffentlich geäußert.
Nicht weniger unklar ist die Lage im abtrünnigen Norden Malis. Dort hatten Truppen der Azawad-Befreiungsfront und der islamistischen Ansar Dine zwei Drittel des Staatsgebietes im Handtsreich erobert und am 6. April den international nicht anerkannten Tuareg-Staat Azawad ausgerufen. Bei einem Treffen Anfang der Woche wollten beide Seiten ihre Differenzen über Rolle und Auslegung des Islams sowie eine mögliche Machtverteilung verhandeln – offenbar bisher ohne Erfolg.
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