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27.03.2012

Libyen: War Musa Sadr bis Anfang der 2000er am Leben?


Es ist eines der größten ungelösten Rätsel der vergangenen Jahrzehnte: Was geschah mit Musa Sadr und seinen zwei Begleitern, nachdem sie nach ihrer Ankunft in Libyen am 31. August 1978 spurlos verschwanden?


Seit dem Fall des Gaddafi-Regimes versuchen die Angehörigen des libanesischen schiitischen Klerikers, Licht ins Dunkel zu bringen – und kooperieren in der Causa Sadr nun mit den neuen libyschen Behörden. So berichtet die in Beirut ansässige Tageszeitung al-Akhbar, dass die libanesische Regierung vor kurzem detailliert zum Stand der Ermittlungen informiert wurde.


Demnach bestätigte Libyen, dass Musa Sadr und seine beiden Begleiter nie das Land in Richtung Italien verlassen hätten und stattdessen inhaftiert worden seien. Ex-Dikator Gaddafi hatte stets abgestritten, etwas mit dem Verschwinden des Klerikers zu tun gehabt zu haben. Sadr sei dann in ein Gefängnis im Süden des Landes verbracht worden, was mit seinen beiden Begleitern Muhammad Yaacoub und  Abbas Badreddine geschah, ist jedoch nicht bekannt.


Fast 20 Jahre soll der Kleriker dort eingesessen haben, bevor aus unbekanntem Grund 1997 in das berüchtigte Gefängnis von Abu Salim nach Tripolis transportiert worden sei. Dort sei Sadr die Behandlung seiner Diabetes-Erkrankung verweigert worden, so dass er wenige Jahre – wann genau ist nicht bekannt – starb. Sollten sich die Informationen bewahrheiten, hätte der 1928 geborene Sadr noch bis Anfang der 2000er Jahre gelebt.


Bei der Eroberung von Tripolis im August 2011 schließlich hätten sich chaotische Szenen abgespielt, in den Wirren der Kämpfe um Abu Salim sei die Gefängniszelle Sadrs zerstört und der Kühlraum mit Sadrs Leiche beschädigt worden. Ab dort verliert sich die Spur der sterblichen Überreste Sadrs. Die bisherigen Fährten haben den wohl einzigen handfesten Beweis für das Schicksal Musa Sadrs noch nicht wieder zu Tage gefördert.



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