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Während Muammar al-Gaddafi sich mutmaßlich in einem Bunker verschanzt hält – Gerüchten zufolge könnte er auch in die Hafenstadt Sirte ausgebüchst sein – bietet der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega ihm Asyl in Managua an. Offiziell vertritt Nicaragua das Gaddafi-Regime immer noch bei den Vereinten Nationen, über den »bevollmächtigten Botschafter« Miguel d'Escoto. Die internationale Gemeinschaft hat allerdings keine Fragen mehr an ihn.
Neben Hugo Chavez und den kubanischen Castro-Brüdern ist Ortega der bekannteste Gaddafi-Amigo in Lateinamerika. Opposition und Presse im Land kommentieren das mit Empörung: »Der Sturz Gaddafis ist eine Niederlage für Ortega«, poltert die Zeitung La Prensa. Ortega zeigt sich Gaddafi dankbar: Millionen Entwicklungsgelder kamen bislang aus Tripolis in eines der ärmsten Land Mittelamerikas. Außerdem finanzierte Gaddafi Ortega nach Presseberichten seinen Wahlkampf im Jahr 1990, den dieser allerdings verlor.
Nicht vergessen ist in Nicaragua der 21. Februar 2011: An diesem Tag ließ Gaddafi in Benghazi Aufständische niederschießen – und Ortega hielt eine Gedenkansprache an den Freiheitskämpfer Augusto Sandino, der 1934 von Schergen des damaligen Diktators Somoza ermordet worden war.
Ortegas Partei, die »Sandinistische Befreiungsfront«, beruft sich auf Sandino.
»Ortega scheint Gaddafi oder Chavez nachzueifern«, kommentiert ein politischer Beobachter in der Hauptstadt Managua im Gespräch mit zenith. »Er kämpft für seine Wiederwahl im Herbst, obwohl die Verfassung Nicaraguas eine weitere Amtszeit nicht zulässt.«
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