Quicknews

22.08.2012

Libanon: Kämpfe in Tripoli halten an


Den dritten Tag in Folge lieferten sich am Mittwoch in der nordlibanesischen Stadt Tripoli  bewaffnete Milizen heftige Gefechte. Bei den Kämpfen zwischen den verfeindeten Stadtviertel Jabal Mohsen und Bab al-Tebbaneh sind bisher mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, über 100 sollen verletzt worden sein.

 

Über den unmittelbaren Auslöser der Kämpfe besteht noch immer Unklarheit. Die frankophone libanesische Tageszeitung L`Orient le Jour etwa berichtet, dass das Kriegsspielen von Kindern auf der Straße mit Plastikgewehren eskaliert und Erwachsenen aus beiden rivalisierenden Stadtteilen dann das Feuer eröffnet hätten.

 

Sunnitische Kämpfer warfen gegenüber L`Orient le Jour ihren Opponenten hingegen vor, die Gewalteskalation als Reaktion auf die Verhaftung des libanesischen Politikers Michel Samaha gezielt angefacht zu haben. Samaha war in der vergangenen Woche von den libanesischen Sicherheitskräften unter dem Verdacht des Sprengstoffschmuggels festgenommen worden. Ein libanesisches Gericht hatte gegen Samaha sowie den Leiter der syrischen nationalen Sicherheitsbehörde Ali Mamlouk Anklage erhoben.

 

Zeugen vor Ort berichten, dass sich Scharfschützen in mehreren Stellungen in Tripoli verschanzt hätten, die Armee kündigte an, sämtliche solcher Scharfschützenposten räumen zu wollen. Unter Vermittlung des Tripolitaner Politikers Mohammad Kabbara sollen sich beiden Seiten zudem für Mittwoch 17.30 Uhr auf einen Waffenstillstand geeinigt haben.

 

Vor knapp drei Monaten hatte die Verhaftung des Salafisten Shadi al-Mawlawi durch den staatlichen Geheimdienstes zuletzt schwere bewaffnete Konflikte in Tripoli ausgelöst. Die Freilassung al-Mawlawis sollte damals wohl deeskalierend auf den aus Syrien übergreifenden Konflikt einwirken. Die Stadtteilkämpfe in Tripoli konnten so zwar vorübergehend eingedämmt werden, dafür löste eine Reihe von Entführungen die nächste Sicherheitskrise im Libanon aus. 

 

Vor einer Woche griff der weit verzweigte Clan zu drastischen Schritten, um ihr von der Freien Syrischen Armee inhaftiertes Familienmitglied freizupressen. Familiensprecher Hatem al-Meqdad verkündete im libanesischen Fernsehsenden, dass »der militärische Arm« des Clans dutzende syrische FSA-Kämpfer in und um Beirut festgesetzt hätte und der türkische Staatsangehörige Aydin Toufan entführt worden sei.



Ägypten beantragt IWF-Kredit

zenithDebatte

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Religion verfechten ihren Standpunkt zu einem aktuellen Thema.

Kalender

zenith im Abo

Abonnieren Sie jetzt und wählen Sie zwischen zwei Abo-Prämien!

 

weiterlesen

zenith Edition

Reaching for the Sun?

The Search for Sustainable Energy Policies in North Africa and the Middle East

 

click here for content & order details