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Interpol hat auf Antrag der Regierung in Bagdad gegen den flüchtigen irakischen Vizepremier Tariq al-Haschemi eine »Red Notice« ausgestellt, wie die internationale Strafverfolgungsbehörde auf ihrer Webseite bekannt gab.
Im Farbsystem der Interpolwarnungen ist die »Red Notice« die höchste Stufe, die die Mitgliedsstaaten dazu auffordert Interpol bei der (provisorischen) Festnahme gesuchter Personen zu unterstützen. Ein internationaler Haftbefehl ist die »Red Notice« allerdings nicht.
Dennoch zeigte sich Interpol-Generalsekretär Ronald Noble zuversichtlich, dass Haschemi auf diese Weise »beträchtlich daran gehindert wird, zu reisen und internationale Grenzen zu überqueren.«
Haschemi droht seit Dezember in Bagdad eine Anklage, der Stellvertreter von Nuri al-Maliki wirft den Behörden nun vor, aus seinen Leibwächtern Geständnisse herauszufoltern. Der Premier wirft seinem Vize Haschemi vor, Todesschwadronen gegründet und für Anschläge gegen Institutionen des Staates verantwortlich zu sein. Im Dezember hatte sich Haschemi in die Autonome Region Kurdistan abgesetzt, nachdem Bagdad einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte.
Zuletzt protestierte Bagdad scharf, dass sowohl die Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, als auch das Nachbarland Türkei Haschemi die Einreise genehmigten. Auch in Richtung Erbil hagelte es Kritik aus Bagdad, mit der Ausreisegenehmigung für Haschemi habe die Autonomieregierung in Irakisch-Kurdistan gegen geltendes Recht verstoßen. Haschemi selbst weist die Vorwürfe rundweg zurück und sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne.
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