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15.06.2012

Indonesien: Unruhen nach Tötung von Papua-Aktivist Tabuni


Nach dem Tod eines führenden papuanischen Aktivisten brechen in der Provinzhauptstadt Jayapura schwere Unruhen aus.

 

Mako Tabuni, Leiter des sezessionistischen »West Papua National Committee« (KNPB) war am Donnerstagmorgen von Polizeikräften erschossen worden. Die Umstände des Todes sind noch nicht vollständig geklärt. Während die indonesischen Behörden verbreiten, dass sich Tabuni beim Versuch der Festnahme mit Waffengewalt zu wehren versuchte, sprechen Tabunis Anhänger von einem politischen Mord.

 

Bereits kurz nach dem Tod Tabunis in Jayapura begannen Ausschreitungen, die bisher zum Tod von mindestens einem Menschen führten, das öffentliche Leben stand an diesem Freitag in der 200.00 Einwohner-Stadt nahezu still.

 

Bereits in der vergangenen Woche waren indonesische Streitkräfte und Einheimische im östlichen Papua aneinander geraten. Die Soldaten hätten dabei in die Menge geschossen, wobei mindestens zehn Menschen verletzt worden seien.

 

1969 hatte Indonesien den westlichen Teil der Insel Neuguinea annektiert, bis 2007 war der offizielle Name der Provinzen Papua und des vorgelagerten West-Papua Irian Jaya. Hoffnungen auf Entspannung des lodernden Konflikts zwischen der indonesischen Zentralregierung und der papuanischen Bevölkerung nach dem Ende des Suharto-Regimes 1998 und der Unabhängigkeit Ost-Timors 2002 haben sich indes nicht erfüllt. Noch immer ist die indonesische Armee und deren umstrittene Elite-Einheit »Kopassus« massiv in der Provinz präsent, ausländischen Journalisten ist der Zutritt weiter verwehrt.

 

Papuanische Vertreter werfen der Regierung nicht nur politische Unterdrückung, sondern auch ökonomische Vernachlässigung und Ausbeutung vor. So kommt es in den Gold- und Kupferminen regelmäßig zu Streiks und gewaltsamen Zusammenstößen. Seit der Eskalation der Auseinandersetzungen im Juli 2011 kamen mindestens 40 Menschen ums Leben, 170 sitzen wegen »separatistischer Aktivitäten« in indonesischen Gefängnissen.



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