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09.05.2012

Guinea-Bissau: Nigeria und Elfenbeinküste bereiten Mission vor


Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hat, wie zuletzt am 26. April, am Mittwoch zum wiederholten Male angekündigt, Truppen in das westafrikanische Guinea-Bissau zu schicken, wo die Armee vor knapp einem Monat die Zivilführung abgesetzt hat.


Beim Gipfeltreffen in der ivorischen Hauptstadt Abidjan soll nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP eben solch ein Entschluss getroffen worden sein, der im wesentlichen von den Staatschefs der Elfenbeinküste und von Nigeria, Alassane Ouattara und Goodluck Jonathan  durchgesetzt werden soll. Besonders von Nigeria hängt es wohl nun ab, wie viele militärische Ressourcen dem Land, das zurzeit selbst mit dem Kampf gegen die islamistische Boko Haram beschäftigt ist, für einen Einsatz zur Verfügung stehen.


Die Delegation enthält dementsprechend hochrangige Mitglieder des ivorischen und nigerianischen Verteidigungs- bzw. Außenministeriums. In jedem Fall soll wohlmöglich ein Szenario vermieden werden, bei dem ein Einsatz der ECOWAS-Mission vor Ort wohl zu einer bewaffneten Konfrontation führt. Die Militärführung in Bissau hatte am 16. April ein Kommuniqué herausgegeben, in dem die nicht nur die Schließung der Landesgrenzen, sondern auch des Luft- und Seeraums angekündigt wird und mit »militärischen Maßnahmen« bei Verletzung der Landesgrenzen gedroht wird.


Mitte April hatte die Armee sowohl Interimspräsident Raimundo Pereira, als auch Carlos Gomes Junior, der nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen an der Spitze gelegen hatte, verhaftet – angeblich wegen Plänen zur Reduzierung der Armeestärke. Der frühere Parlamentspräsident Raimundo Pereira sollte den Übergang zu den verfassungsmäßig vorgeschriebenen Neuwahlen innerhalb von 90 Tagen leiten, nachdem Malam Bacam Sanha, seit 2009 Präsident des westafrikanischen Staates, am 9. Januar in einem Pariser Krankenhaus verstorben war.


Ab den 1990er Jahren erlebte Guinea-Bissau eine ständige Abfolge von Putschen in Partei und Staatsführung, die es – nach den Bürgerkriegsherden Liberia und Sierra Leone – zu einem der instabilsten Länder der Region werden ließ.


Traurige Berühmtheit erlangte das Land in den vergangenen zehn Jahren als neuer Hauptumschlagsplatz für Kokain aus Südamerika auf dem Weg nach Europa. Insbesondere in Reihen des Militärs wurde der Drogenschmuggel als lukrative Einnahmequelle ausgemacht und bot den Generälen die Grundlage, loyale Einheiten zu unterhalten, die für eine Reihe gescheiterter und geglückter Putschversuche verantwortlich sind.



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