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Die Staatsanwaltschaft im westafrikanischen Guinea hat Anklage gegen Oberst Moussa Tiegboro Camara wegen dessen Rolle während des Stadionmassakers 2009 erhoben.
Am 28. September hatten tausende Menschen im Stadion der Hauptstadt Conakry gegen die Militärjunta von Moussa Dadis Camara demonstriert, der sich ein Jahr zuvor an die Macht geputscht hatte. Armeeeinheiten, darunter die Präsidentengarde, hatten daraufhin das Feuer eröffnet. Insgesamt 157 Menschen kamen dabei ums Leben, hunderte Frauen wurden Opfer von Vergewaltigungen.
Nachdem Moussa Dadis Camara nach einem Attentat in Burkina Faso Unterschlupf fand, ging im November 2010 der Oppositionspolitiker Alpha Condé aus den Präsidentschaftswahlen hervor. Die Untersuchung des Stadionmassakers lief in der Folge jedoch schleppend, nicht zuletzt da frühere Mitglieder der Junta in die neue Regierung aufgenommen wurden – so auch Oberst Moussa Tiegboro Camara, der bislang als Staatssekretär für die Bekämpfung von Drogenhandel und organisiertem Verbrechen im Kabinett sitzt. Camara hatte eben jene Einheiten im Stadion von Conakry angeführt, die das Feuer auf die Demonstranten eröffnet hatten. Der geflohene Junta-Chef Moussa Dadis Camara wird noch immer in Burkina Faso vermutet.
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