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16.08.2012

Eritrea: Leichtathlet beantragt Asyl in Großbritannien


Leichtathlet Weynay Ghebresilasie, der bei den Olympischen Sommerspielen in London die Flagge für sein Heimatland Eritrea getragen hatte, beantragt politisches Asyl, wie der britische Guardian berichtet.

 

Gegenüber der Zeitung sagte der 18-Jährige Ghebresilasie, dass er sich aufgrund der politischen Repression und fehlender Freiheiten entschlossen habe, nicht nach Eritrea zurückzukehren und politisches Asyl zu beantragen. Das eritreische Team war mit insgesamt 12 Athleten nach London gereist, die meisten von ihnen traten – allerdings ohne Medaillenerfolg – in den Mittel- und Langstrecken der Leichtathletik an. Ghebresilasie hatte in seinem Vorlauf im 3000-Meter-Hindernis-Lauf den 10. Platz erreicht, die Finalteilnahme allerdings verpasst.

 

Auch Sportler aus Kamerun, der DR Kongo, der Elfenbeinküste und Guinea haben sich während oder kurz nach den Spielen aus dem Olympischen Dorf abgesetzt und Asyl in Großbritannien beantragt. Aufsehen erregte auch die Fahnenflucht von nahezu der gesamten eritreischen Fußballnationalmannschaft während einer Länderspielreise nach Kenia im Jahr 2009.

 

Eritrea erlebt einen ständigen Exodus von Flüchtlingen, die UN schätzt, dass allein im Jahr 2011 jeden Monat 3.000 Eritreer ihr Land verließen – meist in Richtung Europa. Erst Mitte Juli waren 54 afrikanische Bootsflüchtlinge beim Versuch, das Mittelmeer in Richtung in Italien zu überqueren ums Leben gekommen, nur einer der Insassen hat überlebt. Die Hälfte der Flüchtlinge stammte aus Eritrea. Auf dem »Press Freedom Index« von Reporter ohne Grenzen belegt Eritrea den 179. und letzten Platz – hinter Nordkorea und Turkmenistan.

 

Bei einer Bevölkerung von knapp 5,4 Millionen unterhält Eritrea eine Armee mit etwa 300.00 Soldaten. Der autoritär regierende Präsident Isaias Afewerki rechtfertigt den riesigen Sicherheitsapparat, der über 20 Prozent der Haushaltseinnahmen verschlingt, mit dem anhaltenden Konflikt mit dem Nachbarn Äthiopien, von dem Eritrea 1992 die Unabhängigkeit erlangte.

 

Die Beziehungen der beiden Staaten ist seit der Abspaltung Eritreas nach über 30 Jahren Krieg 1993 stets angespannt. Während des Grenzkrieges 1998 bis 2000 kamen auf beiden Seiten zehntausende Menschen ums Leben. Während Eritrea dem Nachbarn vorwirft, einen UN-Beschluss zum Grenzverlauf zu ignorieren, beschuldigt Addis Abbeba den Staat am Roten Meer, die islamistischen Shabaab-Milizen in Somalia zu unterstützen.



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