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Inge Hackenbroch / gtai
Zahlreiche Länder Schwarzafrikas, vor allem im Osten des Kontinents, sind an einer zügigen Lösung der Libyen-Krise interessiert. Das nordafrikanische Erdölland hatte sich unter Muammar al-Gaddafi zu einem der Großinvestoren in vielen afrikanischen Ländern entwickelt, getreu dem strategischen Gaddafi-Ziel »Befreiung der Länder vom Einfluss des Westens«. Dieses Vorhaben war der libyschen Führung bisher nahezu 100 Milliarden US-Dollar wert.
Auf 97 Milliarden Dollar beziffert die führende regionalen Wirtschaftszeitung The East African die Finanzierungszusagen Libyens an afrikanische Länder. Hiervon wurde der überwiegende Teil - den Informationen zufolge 65 Milliarden Dollar - über die beiden libyschen Investmentgesellschaften Libya Arab Africa Investment Co. (Laico) und Libyan Foreign Investment Co. (Lafico) kanalisiert. Weitere führende Investmentgesellschaften Libyens in Schwarzafrika sind die Libya Oil Holdings sowie das Libya African Investment Portfolio (LAP).
Die LAP wurde bei Gründung mit fünf Milliarden Dollar ausgestattet und betreibt unter anderem das LAP Green Network, eine Mobiltelefongesellschaft mit Engagements in Uganda, Ruanda, Niger und der Elfenbeinküste. Planungen bestehen dem Vernehmen nach für den Markteintritt in Süd-Sudan, Sierra Leone, Togo und Tschad. Außerdem ist LAP Hauptanteilseigner an der regionalen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways, die zur Verbesserung der Flugverbindungen auf dem Kontinent beitragen will. Daher werden speziell die von führenden Airlines vernachlässigten Strecken bedient, wie etwa die Destinationen Ouagadougou in Burkina Faso, Bangui in der Zentralafrikanischen Republik und Douala in Kamerun. In Kenia kontrolliert LAP Green über die libysche Erdölgesellschaft Tamoil einen der führenden Tankstellenbetreiber des Landes - Mobil Kenya.
Die Investitionen von Laico südlich der Sahara sind besonders zahlreich und auf viele Länder verteilt. Dazu gehören internationale Hotels wie das Ensemble Hotel in Johannesburg, Südafrika, und das Regency Hotel in Nairobi, Kenia, außerdem Lake Victoria Hotel in Entebbe, Uganda und weitere. Hinzu kommen Beteiligungen an Telekommunikationsgesellschaften auf den Komoren, in Niger sowie Sambia, im Bergbau und der Holzwirtschaft.
Außerdem bisitzen die Investitionsgesellschaften Beteiligungen an führenden Banken einzelner Länder, so an der Banque Commerciale du Chari in Tschad, an der Central Bank of Zimbabwe, der Banque Commerciale du Burkina in Burkina Faso und der Banque Commerciale du Sahel in Mali. Außerdem ist Libyen einer der stärksten Beitragszahler der Afrikanischen Union. Nach vorliegenden Informationen gehört Libyen zu den fünf Ländern, die über Drei Viertel des AU-Budgets finanzieren - mit Algerien, Ägypten, Nigeria und Südafrika.
Wie es Anfang April 2011 aus Kigali verlautete, wurde die Mobilfunklizenz der Rwandatel mit ihrem libyschen Mehrheitseigentümer LAP wegen Zahlungsversäumnissen von der ruandischen Aufsichtsbehörde aufgehoben. Die Festnetzanschlüsse sowie die Lizenz für den Internetzugang sollen dagegen weiter in Betrieb bleiben.
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