Quicknews

04.04.2012

Bahrain: Sorge um Aktivist Abdulhadi Khawaja


Familienangehörige und Kollegen haben die bahrainische Regierung abermals dazu aufgefordert, den Aktivisten Abdulahdi Khawaja mit sofortiger Wirkung freizulassen, wenige Tage nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert und er in ein Krankenhaus eingeliefert worden war.


Khawaja gehört zu den prominentesten Demokratieaktivisten in Bahrain und genießt auch im Ausland Respekt. Von 1991 bis 2001 musste der heute 50-Jährige ins Exil nach Dänemark, nach seiner Rückkehr nach Bahrain gründete er unter anderem das »Bahrain Center for Human rights« mit, das heute von seiner Tochter Maryam Khawaja geleitetet wird. Bis Februar 2011 arbeitete Abdulhadi Khawaja als MENA-Chef der Menschenrechtsorganisation »Front Line Defenders«, im Zuge der Proteste 2011 wurde er festgenommen.


Im Juni 2011verurteilte ihn ein Militärgericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen angeblicher Bildung einer terroristischen Vereinigung. Während der Haft berichtete er mehrfach von Folter seitens der Sicherheitskräfte und des Gefängnispersonals. Aus Protest gegen die Haftstrafe trat Khawaja am 8. Februar in einen unbefristeten Hungerstreik, der heute in seinen 55. Tag geht.


NGOs und Regierungen in aller Welt haben die bahrainischen Behörden bereits mehrfach wegen der Inhaftierung Khawajas gerügt. Ende März forderte auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Markus Löning die sofortige Freilassung Khawajas.


Bahrains Regierung hat die Kritik am Umgang mit Khawaja jedoch bisher rundweg von sich gewiesen und rühmt Manama gar als die »arabische Pressehauptstadt 2012«. Demgegenüber steht jedoch das immer rigidere Vorgehen gegen unliebsame Berichterstattung. Zum Jahrestag der Proteste im Februar etwa verweigerte Das Königreich den größten Agenturen und Zeitungen kurzerhand das Visum, Reporter ohne Grenzen führt das Land mittlerweile in der Liste der »Feinde des Internets«. Während das Königshaus die Beschuldigungen von sich weist, listet eine vor wenigen Tagen erschienene Zusammenstellung der »World Association of Newspapers and News Publishers«  die Verstöße des Regimes gegen die Pressefreiheit auf.



Libanon: UN fordert Untersuchung im Fall Alem Dechasa

zenithDebatte

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Religion verfechten ihren Standpunkt zu einem aktuellen Thema.

Kalender

zenith im Abo

Abonnieren Sie jetzt und wählen Sie zwischen zwei Abo-Prämien!

 

weiterlesen

zenith Edition

Reaching for the Sun?

The Search for Sustainable Energy Policies in North Africa and the Middle East

 

click here for content & order details