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Der aserbaidschanische Fotojournalist und Blogger Mehman Huseynov ist zunächst wieder auf freiem Fuß, muss aber wohl mit einer härteren Anklage als zunächst gedacht rechnen.
Unmittelbar nach Huseynovs Festnahme lautete die Anklage gegen Huseynov noch auf »Hooliganismus«. Nun muss sich der Fotojournalist wegen »Angriff auf die Polizei« während einer Demonstration am Vortag des Eurovision Song Contests vor Gericht verantworten. Nun drohen Huseynov bis zu 5 Jahre Haft.
Ein Grund für die nun juristische Verfolgung des Fotojournalisten mag eine Art Sippenhaft sein: Mehmans Bruder Emin Huseynov hatte Ende Mai die Gegenveranstaltung »Sing for Democracy« in Baku initiiert und geriet so in den Fokus der Sicherheitsbehörden.
Wie stark Menschenrechtsaktivisten und Regierungskritiker sowie ihre Angehörigen unter Druck gesetzt werden und wie sehr sich Journalisten einer Selbstzensur unterwerfen, ist nicht immer nachvollziehbar. Die Methoden sind vielfältig. Sie beginnen bei monetären Anreizen für Journalisten, deren Arbeitgeber finanziell ausgeblutet wurden. Seit mehreren Jahren schon werden Journalisten nach kritischen Artikeln nicht mehr nur wegen krimineller Verleumdung angeklagt. Oft wird ihnen Drogenbesitz, »Hooliganismus« oder Körperverletzung unterstellt.
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