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Wieder ist in Aserbaidschan ein prominenter Journalist festgenommen worden. Fotojournalist und Blogger Mehman Huseynov wurde gestern von den Sicherheitskräften inhaftiert.
Wie stark Menschenrechtsaktivisten und Regierungskritiker sowie ihre Angehörigen unter Druck gesetzt werden und wie sehr sich Journalisten einer Selbstzensur unterwerfen, ist nicht immer nachvollziehbar. Die Methoden sind vielfältig. Sie beginnen bei monetären Anreizen für Journalisten, deren Arbeitgeber finanziell ausgeblutet wurden. Seit mehreren Jahren schon werden Journalisten nach kritischen Artikeln nicht mehr nur wegen krimineller Verleumdung angeklagt. Oft wird ihnen Drogenbesitz, »Hooliganismus« oder Körperverletzung unterstellt.
Wenig überraschend lautet die Anklage gegen Huseynov nun auf »Hooliganismus«. Ein Grund für die Festnahme des Fotojournalisten mag eine Art Sippenhaft sein: Mehmans Bruder Emin Huseynov hatte Ende Mai die Gegenveranstaltung »Sing for Democracy« in Baku initiiert und geriet so in den Fokus der Sicherheitsbehörden.
Mitte April hatte der Journalist Idrik Abbasow in dem Dorf Sulutepe am Stadtrand von Baku, Abrissarbeiten des staatlichen Ölkonzerns SOCAR gefilmt und war daraufhin von Sicherheitskräften des Unternehmens brutal zusammengeschlagen worden.
Im Vorfeld des ESC stand Aserbaidschans Führung vielfach in der Kritik – sowohl wegen der Abrissarbeiten in einigen Teilen der Hauptstadt als auch wegen der Verfolgung unliebsamer Journalisten. So startete die Regierung im März eine Schmutzkampagne gegen die Journalistin Khadija Ismayilova, die wie Abbasow u.a. für den Sender RFE/RL arbeitet.
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