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Der Bürgerkrieg in Syrien schlägt seine Wellen bis in den Kaukasus: Nun diskutieren armenische Politiker, ob Flüchtlinge aus der armenischen Minderheit in der umstrittenen Region Berg-Karabach angesiedelt werden sollen.
Etwa 100.000 armenische Christen leben in Syrien – ein großer Teil davon in der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo, die zurzeit Schauplatz heftiger Gefechte zwischen regimetreuen Sicherheitskräften und der Freien Syrischen Armee ist. Bittere Ironie für die syrischen Armenier: Viele von ihnen siedelten sich Anfang des letzten Jahrhunderts in Aleppo an – auf der Flucht vor der Armenierverfolgung der Osmanen und Jungtürken. Seit Anfang des Jahres sollen bereits über 6.000 syrische Armenier im Kaukasus Zuflucht gesucht haben.
Für einige armenische Politiker aber scheinen die Neuankömmlinge auch eine willkommene Gelegenheit, um der demografischen Stagnation in Berg-Karabach entgegenzuwirken – sehr zum Unmut von Aserbaidschan, dass internationalen Vermittlern Widerstand gegen eine Verbindung von Kaukasus- und Syrien-Konflikt bedeutet hat.
Die Debatte um die Ansiedlung der syrischen Armenier findet inmitten einer Verschärfung des Berg-Karabach-Konflikts statt. Russland hatte Mitte Juni angekündigt, seine Truppenpräsenz in Armenien bis Ende des Jahres zu verdoppeln. Am Rande des G20-Gipfels in Mexiko-Stadt hatten Barack Obama, Wladimir Putin und François Hollande in einer gemeinsamen Erklärung auf eine friedliche Beilegung des Berg-Karabach-Konflikts zwischen Armenien uns Aserbaidschan gedrängt. Zuletzt hatten die Streitkräfte beider Seiten sich immer der Scharmützel geliefert, bei denen dutzende Soldaten ums Leben kamen.
Die Staatschefs der USA, Russlands und Frankreichs stehen der so genannten Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor. Die Minsk-Gruppe hat die Vermittlung einer tragfähigen Friedenslösung im Berg-Karabach-Konflikt zum Ziel.
In den 1990er Jahren führten die beiden Nachfolgestaaten der Sowjetunion einen blutigen Krieg um die umstrittene Region Berg-Karabach. Auch knapp 20 Jahre später ist der Konflikt noch nicht gelöst. Seit 1994 besteht lediglich ein immer wieder brüchiger Waffenstillstand.
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