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Unter dem Titel »Time for Justice – Zeit für Gerechtigkeit« hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Dienstag einen aktuellen Bericht zu Justiz und Haftbedingungen in Ägypten vorgelegt. Unter den mehreren Dutzend namentlich erwähnten Gefangenen, die ohne ordentliches Gerichtsverfahren in ägyptischer Haft sitzen, befindet sich auch Ouda Tarabin, ein 30-jähriger israelischer Staatsbürger und Angehöriger einer Beduinenfamilie. Seit 1999 wird Tarabin unter dem Vorwurf der Spionage für Israel in Ägypten festgehalten – ein Verfahren hat es bislang nicht gegeben.
»Es ist nun tatsächlich Zeit für Gerechtigkeit«, sagte Izhak Melzer, der israelische Anwalt der Familie, Tarabin im Gespräch mit zenith, »der ägyptische Militärrat muss jetzt zeigen, dass er es mit der Gerechtigkeit ernst meint und mit dem alten System von Mubarak brechen will«. Als Reaktion auf den Amnesty-Report forderte Melzer gemeinsam mit zwei weiteren Anwälten in einem Brief an die ägyptische Botschaft abermals Tarabins Freilassung. In der vergangenen Woche war Melzer nach Kairo gereist, um seinen Mandanten zu besuchen. Während der Präsidentschaft Mubaraks versuchte der Anwalt mehrmals vergeblich, über ein Gnadengesuch die Freilassung Tarabins zu erwirken. Auch deutsche Regierungsstellen wurden über das Schicksal Tarabins unterrichtet.
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