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Auf der siebten internationalen Buchmesse in Algier werden die Besucher rund 200 Bücher nicht lesen können. Das Kulturministerium und die Veranstalter haben »problematische Titel« aus Algerien aber auch aus anderen arabischen Ländern kurzerhand verbannt.
»Es gibt interne Regeln bei der Ausstellung und die wurden von den betroffenen Verlagen und Autoren nicht eingehalten«, erklärte die algerische Kulturministerin Khalida Toumi, nachdem sie die Messe unter dem Motto »Das Buch befreit« feierlich eröffnete. Der algerische Präsident Bouteflika höchstpersönlich suchte das diesjährige Gastland aus: »Der Libanon ist der Vorreiter in Sachen freie Verlagswirtschaft«, sagte Toumi in Vertretung ihres Kabinettschefs.
Toumi erklärte weiter, dass es in Algerien Bücher über Kinderprostitution, Blasphemie und »Beleidigung der Algerischen Revolution« verboten sind. Dem Nachrichtensender Al-Jazeera sagte sie, dass die Zensurmaßnahmen sich »sehr wohl mit dem Motto der Ausstellung vereinbaren lässt.« Im Internet beschweren sich vor allem Anhänger der Muslimbrüder, dass ihnen nahe stehende Publikationen von der Messe verbannt wurden. Aber auch reformpolitische Literatur ist auf der Messe nicht gerne gesehen und gelesen.
Erst vor kurzem hatte die algerische Regierung angekündigt das Gesetz zur Presse- und Meinungsfreiheit zu reformieren. Unter anderem soll das Staatsmonopol in Fernsehen und Radio gelockert werden, um somit auch »andersdenkenden Gruppen« Foren zu bieten.
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