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Knapp zwei Wochen vor dem ersten Wahlgang standen sich Donnerstagnacht beim ersten TV-Duell in der Geschichte des Landes die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für die ägyptische Präsidentschaft gegenüber.
Knapp vier Stunden stellten sich der frühere Muslimbruder Abdel Moneim Abu El Fotouh und der ehemalige Außenminister und Ex-Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, den Fragen der vier Moderatoren der gemeinsam übertragenden Sender ONTV und DreamTV. Weitere Kandidaten wie etwa der ehemalige Premier Ahmad Schafik und der Muslimbruder Muhammad Mursi waren nicht eingeladen, da, so die Begründung der Sender, Abu El Fotouh und Moussa in den Umfragen weit vorne liegen würden.
In der fast 90-minütigen Vorberichterstattung wurden Ausschnitte aus dem TV-Duell zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon 1960 gezeigt – der ersten im Fernsehen übertragenen Debatte zwischen Präsidentschaftsanwärtern. Insgesamt zog sich die eigentliche Fragerunde über vier Stunden. Beide Kontrahenten sparten nicht mit gegenseitigen Anschuldigungen und Warnungen vor einem Sieg des Gegners.
Während Abu El Fotouh seinem Gegenüber vorwarf, teil der »Fulul«, also der alten Garde des Mubarak-Regimes zu sein, warf ihm Moussa Opportunismus und Verschleierung seiner wahren Absichten vor. Was Abu El Fotouh als Überwindung der Polarisierung zwischen Salafisten und Säkularen als seiner Regierungsvision pries, legte ihm Moussa als Beliebigkeit aus. Auf Moussas Eigenplädoyer, als erfahrener Politiker das Land aus seiner schwersten Existenzkrise zu führen, fragte Abu El Fotouh wiederum, wie dieser als Teil des alten Regimes Teil der Lösung sein könne.
Ein peinlicher Lapsus unterlief Moussa beim Themenkomplex Nuklearstreit, als er den Iran als arabisches Land bezeichnete.
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