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17.02.2012

44.000 auf der Flucht, über 100 Tote bei Kämpfen in Mali


Die Kämpfe im Norden Malis nehmen an Schärfe zu und treiben immer mehr Menschen in die Flucht.


Am Donnerstag lieferten sich die malische Armee und die Azawad-Befreiungsfront heftige Gefechte nahe der Stadt Tessalit in der Region Kidal, nahe der Grenze zu Algerien. Malis Militär gab bekannt, dass dabei über 100 Tuareg-Rebellen getötet und etwa 50 gefangen genommen worden  seien. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestritt Moussa Ag Acharatoumane, Sprecher der Azawad-Befreiungsfront, bei den Kämpfen Verluste erlitten zu haben.


Währenddessen veröffentlichte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gestern neue Zahlen zu den Auswirkungen des Konflikts auf die Zivilbevölkerung. Demnach seien inzwischen 44.000 Menschen auf der Flucht, davon 18.000 in Mauretanien, 18.000 in Niger und 8.000 in Burkina Faso. Während eines Besuches in der nigrischen Hauptstadt Niamey kündigten UNHCR-Vertreter an, das Volumen der Hilfsleistungen um das Doppelte zu steigern.


In Niger ist die Lage nach UN-Angaben besonders prekär: Jeder Dritte Nigrer ist von akuter Nahrungsmittelknappheit betroffen, darunter 330.000 Kinder. In der gesamten Region drohe fast einer Million Kindern unter fünf Jahren der Hungertod. Die Direktorin des UN-Entwicklungsprogramms UNDP Helen Clark hatte vor zwei Tagen geschätzt, dass die UN-Hilfsprogramme etwa 725 Millionen US-Dollar benötigten, um den Menschen in der Region helfen zu können. Bisher wurden allerdings gerade einmal 135 Millionen US-Dollar gespendet.



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